Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 12 (1936-1937)
- Issue
- Heft 12 (März 1937)
- Article
- Siebzig Sprüche
- Date
- 1937-03-01
- Page
- 548 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Martin Buber Der Geist als Gabe (20,27) Eine Lampe von IHM ist Menschengemüt., er durchspürt alle Kammern des Busens. Schuld und Flucht (19, 3) Des Menschen Narrheit unterwühlt seinen Weg, aber mit IHM grollt dann sein Herz. Schuld undümkehr (28, i3) Wer seine Abtrünnigkeiten verhüllt, dem gelingts nicht, wer aber bekennt und läßt, findet Erbarmen. Aufgelockert bleiben (28,14) Selig der Mensch, der stets Scheu hegt, wer aber sein Herz verhärtet, verfällt dem Übel. Der abgetrennte „Gottesdienst" (28,9) Wer sein Ohr vom Hören der Weisung abzieht, auch sein Gebet ist ein Greuel. Falsche und echte Sicherheit (18, iof.) Ein Turm des Trutzes ist SEIN Name, darein läuft der Bewährte und ist unangreifbar. Die Habe des Reichen ist die Burg seines Trotzes, gleich einer unangreifbaren Mauer, so malt er sichs aus. Fürchte niemand (29, 25) Vor Menschen erbeben bringt Verstrickung, wer aber an IHM sich sichert, wird unangreifbar. Der Mensch mit den Menschen Mensch zu Mensch (27, 19) Dem Wasser gleich: das Angesicht entgegen dem Angesicht, so das Herz des Menschen entgegen dem Menschen. Gegenseitige Erziehung (27,17) Eisen schärft man an Eisen und ein Mann schärft das Angesicht seines Genossen. Scheinfreundschaften und wahre Freundschaft (iS,2/i) Ein Mann mit lauter Gesellen, der kann wohl dran zerschellen, aber einen Liebenden gibts, der hangt mehr an als ein Bruder. * Die Menschenmenge ruft aus, jedermann seine Holdschaft, (20. 6) aber der Mann, dem zu vertraun ist, wer findet den! * Zuverlässig sind die Wunden, die der Liebende schlägt, (27, 6) aber wirbHg sind die Küsse des Hassers. S48