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Der Morgen · 1937-03-01 · Heft 12 (März 1937) · p. 547

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Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 12 (März 1937)
Article
Siebzig Sprüche
Date
1937-03-01
Page
547 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Siebzig Sprüche tragen. Aber das entscheidende Moment der Geistesgeschichte, die Wandlung in der Übernahme, bekundet sich auch hier. In einen neuen, wesensverschiedenen geistigen Lebenszusammenhang, in die Sphäre dieses leidenschaftlichen, vorbehaltlosen Streites der um Gott wissenden „Weisen" gegen die „Toren", die sich wider das Um-Gott-zu-wissen-bekommen sperren, gebracht, wandeln sich die Sprüche Ägyptens und Babyloniens zu etwas Wesensverschiedenem. Die durch die Form des Gleichspruchs begünstigte vitale Antithetik entfaltet sich hier, rnd nur hier, zur Aussprache eines Ringkampfs, der den Raum d'T Welt und die Dauer ihrer Geschichte braucht, um ausgefochten zu werden. * Der Mensch mit sich Einsamkeit im Gefühl 10) Das Herz allein weiß um die Bitternis seiner Seele, und auch in seine Freude kann sich ein Fremder nicht mengen. Das viele Leid i3) Auch beim Scherzen leidet ein Herz, und der Fröhlichkeit Ende ist Gram. Leid als Zucht (20, 3o) Aufspaltende Wunden sind ein Reinscheuern mit Argem, sie pochen an die Kammern des Busens. Der innre Zusammenhang (i5, i3) Ein frohes Herz macht das Angesicht heiter., bei Herzens Trübsal ist auch der Geist geschlagen. Entscheidung und Bewußtheit (20.. 5) Tiefes Wasser ist der Ratschluß im Herzen des Manns, der Mann von Verstand aber schöpft ihn herauf. Niemand ist rein (20,9) Wer kann sprechen: Geläutert hab ich mein Herz, rein bin ich worden von meiner Sünde! Das Leben ein Geheimnis (20,24) „Von IHM her sind die Stapfe des Mannes." Und der Mensch, wie verstünde er da seinen Weg! Der Mensch mit Gott Gott betrachtet dich hier (i5, 3) Allerorlen sind SEINE Augen, die Bösen und die Guten betrachtend. 547

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