Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 12 (1936-1937)
- Issue
- Heft 6 (September 1936)
- Article
- Der Stein aus Garten Eden
- Date
- 1936-09-01
- Page
- 269 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Julius Levin: Vom Unkraute zu singen Der ich zwischen den Steinen wachse, ich will singen; der ich zwischen Wegspuren sprosse, ich will jubeln. Der ich mich ducke vor den Hufen der Pferde, ich bin des Herrn; Den der Spaten vertilgt, er grüßt den Herrn. Mein Vater ist der Felsblock, und meine Mutter die Sandwüste, Klein bin ich, aber meine Brüder sind groß und duften! Heil dem, der Größeres als mich geschaffen! Hoch steht die Königskerze und gelb sind ihre Blüten. Würdig ist sie, das Szepter zu sein dem, der alle erschaffen! Rot sind sie und blau und weiß und gelb und wachsen, ob sie sterben müssen, in Freiheit. Zwischen die Steine gefallen ist der Same, dem ich entsprösse, und kärglich ist meine Nahrung. Also hat es gewollt, der die Winde auf Botschaft schickt und den Stürmen sagt: „Sputet euch!" Und wenig Blumen trage ich, doch ich gebe Samen, den aufnehmen werden die Winde des, der jetzt mich hier will und andere dort, Der den Morgentau und die Sichel erschaffen hat. In welche Farbe willst du dort mich kleiden, Herr? Soll ich weiß sein wie Schnee Oder gelb wie Gold, oder blau wie der Himmel, oder rot wie Purpur? In das Rote will ich singen, das glüht wie die Sonne, wenn ich ihr sage: „Friede sei mit dir!" oder „Deine Ruhe sei gesegnet!" Lasset mich ins Rote singen, ihr Brüder, die ihr hoch aufsteht; ihr Bäume des Waldes dort oben am Bergrand! Fortsetzung von Seite 268 Und Rabbi Papas stand auf von dem Stuhle des Königs, hob die Hände und sprach: Gepriesen seist du, König Alexander, du Glücklichster unter der Sonne. Gelungen ist dir, was noch keinem gelang. An den Ort bist du gekommen, wo 'die Seelen der Gerechten weilen bis zu der Zeiten Ende. Darauf nahm er den Stein aus des Königs Hand, erkannte ihn und sprach: Laß eine Waage bringen und alles Gold aus deinem Schatzhaus. Also geschah es. Und Rabbi Papas legte in die eine Schale der Waage den Stein des Königs, der einem Menschenauge gleich sah, und in die andere Schale so viel Gold, wie sie nur immer fassen konnte. Doch 269