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Der Morgen · 1936-08-01 · Heft 5 (August 1936) · p. 225

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 5 (August 1936)
Article
Übersetzungsprobleme [Rezension]
Date
1936-08-01
Page
225 (sequence 2)
Language
German
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Ludwig Feuchtwanger: Übersetzungsprobleme Hört, Himmel, horche, Erde, Denn der Ewige redet: Hab Söhne großgezogen, hochgebracht, Doch sie verrieten mich. Es kennt der Ochs seinen Eigner, Der Esel den Trog seines Herrn, Jisrael kennts nicht, Mein Volk merkt nichts. Bei solchen und ähnlichen Abschnitten und Stellen, die aus dem synagogalen Gebrauch geläufig sind, schwingt der hebräische Text noch unmerklich mit. Ohne dieses Mitschwingen müssen die deutschen „Schälle und Zeichen" hinter der Ausdrucksgewalt des Hebräischen, den Klagen, den Strafpredigten, den Tröstungen des Urtexts weit zurückbleiben. Ganz anders die auch dem Sinne nach schwer zu entziffernden, in Wortlaut und Zusammenhang mit den umgebenden Teilen kaum rekonstruierbaren Sätze, Wendungen und Worte! Das Gebet 26, 7—19 beispielsweise kann nur als geschlossene Einheit verstanden werden. Der Blick des Propheten ist auf das Weltgericht gerichtet, das über fremde Mächte Heimsuchungen verhängt; der ganze Erdkreis ist in Mitleidenschaft gezogen: dem Gottesvolk aber soll Rettung werden. Zunächst (Vers 7—10) die Sehnsucht des Betenden nach dem Gottesgericht über das ungerechte Weltreich: Der Pfad für den Gerechten ist Geradheit, Grad bahnst du der Gerechten Gleis. Selbst auf dem Wege deines Richtens Harrn, Ewiger, wir dein. Nach deinem Namen, deinem Anruf, geht Der Seele Sehnen. Es folgt dann der Hinweis auf die alte Geschichtserfahrung Israels: 0 Ewger, sollen deine Hand Erhoben sie nicht schauen? Sie werden schauen Und solin beschämt sein: Das Eifern um das Volk, Das Feuer auch für deine Feinde, Es wird sie fressen. Du Ewiger, du schaffst uns Heil, Denn unser Schaffen, alles, Hast du uns gewirkt. 0 Ewger, unser Gott, Es herrschen ob uns Herren außer dir, Bei dir allein berufen wir, Bei deinem Namen. Die Toten leben nimmer Die Schatten stehn nicht auf, Drum, weil du abgerechnet, sie vernichtet, Du ihr Gedenken ausgetilgt hast. Ihre eigenen Nöte legen die Völker als „Verzauberung" und „Verrat" aus. Die Verse 17 f. nimmt Wiener als Wortlabt der Zauber- 225

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