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Der Morgen · 1936-08-01 · Heft 5 (August 1936) · p. 224

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 5 (August 1936)
Article
Übersetzungsprobleme [Rezension]
Date
1936-08-01
Page
224 (sequence 1)
Language
German
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Ludwig Feuchtwanger: Uebersetzungsprobleme Anläßlich des 3. Bandes der „Berliner Bibel" und der Psalmenverdeutschung von Buber*) über die Entstehung der „Berliner Bibel" und über ihre allgemeine Verschiedenheit von anderen deutschen Übertragungen ist im „Morgen" (Juniheft io,35) ausführlich berichtet worden- Auch die besonderen Absichten und Aufgaben der Schriftverdeutschung von Buber—Rosenzweig sind jetzt, selbst einer breiteren Öffentlichkeit, so deutlich gezeigt, daß wir uns im folgenden unmittelbar an die großen Leistungen halten können, die uns das Jahr io36 in der Gestalt der Psalmen-Verdeutschung von Martin Buber und der Propheten-Übersetzungen der Torczyner-Bibel gebracht hat. Max Wiener hat unter der Redaktion von Torczyner Jescha'jahu und Jeheskel, Torczyner selbst Jirmejahu übersetzt. Von den 12 „Kleinen Propheten" hat ebenfalls der Herausgeber den größeren Teil (Hoschea, Obadja, Micha, Nahum, Habakkuk, Zefanja, Secharja) übernommen, während das übrige von Seligmann Pick (Joel), Dienemann (Arnos), Elias Auerbach (Jona und Haggai) und Ludwig Levy (Mal'achi) besorgt wurde. Der vielräumige Wunderbau der 66 Jesaija-Kapitel ist wie kaum ein anderes Lileraturwerk der Welt durch eine nicht zu übersehende Bibliothek aller Sprachen erschlossen. Keine Übersetzung kann Laut und Sinn der Urgestalt vor dem Leser wieder erstehen lassen. Was durch eine neue Übersetzung geboten werden kann, ist ein Kommentar unter Kommenlaren. Ob man bei Wiener den zusammenhängenden Text, etwa die berühmtesten oder schwersten Partien als ununterbrochenen Redefluß auf sich wirken läßt oder sich die Einzelentscheidungen der Wortwahl, der Satztrennung oder sonstige viel beredete „Unüberwindlichkeiten" der Exegese vornimmt, immer wird man das Maßhalten und den einfachen sprachlichen Geschmack des Übersetzers würdigen. Auch er hatte in selbständiger Entscheidung aus der Fülle von Entdeckungen und Einfällen, die forschende Philologen, intuitive Sprachkünstler, erfahrene, tief religiöse und nur das Gotteswort interpretierende Exegeten alter Schule in jahrhundertelangem Hin- und Herwenden des Textes, oft in umständlichen Werken, ausgebreitet hatten, zu wählen, neu zu prüfen, sich nicht durch bestechende Hypothesen berücken zu lassen, der Verführung auszuweichen, unbedingt originell zu sein, da ja eine neue Verdeutschung nach den ungezählten vorangegangenen (darunter klassische und sprachkünstlerisch ausgewogene) geboten werden sollte. *) Die Heilige Schrift, neu ins Deutsche übertragen. Dritter Band: Nebüm Aharonim — Die Gottbegeisteten. Frankfurt a. M. (J. Kauffmann) 1936 (gleichzeitig Veröffentlichung der Jüd. Buchvereinigung).— Das Buch der Preisungen, verdeutscht von Martin Buber Bd. XIV der Schrift, zu verdeutschen unternommen von Martin Buher gemeinsam mit Franz Rosenzweig. Berlin (Schocken-Verlag) 1936. 224

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