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Der Morgen · 1936-02-01 · Heft 11 (Februar 1936) · p. 487

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Journal
Der Morgen
Volume
11 (1935-1936)
Issue
Heft 11 (Februar 1936)
Article
Die Bibel als Erzähler
Date
1936-02-01
Page
487 (sequence 6)
Language
German
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Die Bibel als Erzähler bereichs als Gotteswille gegen den Menschenanspruch behauptet, sich in der Sprache der Katastrophe beglaubigt, um dann endgültig1 (18, 1—7) sich in der Sprache des Gesetzes kundzugeben. Diese Problematik des „Nahens" in seiner Doppelbedeutung bestimmt die Wort-Atmosphäre der Korachgeschichte. Sie ist zwischen zwei Abschnitte (Kap. 15 und 17) eingefügt, die von Nahen und Nahung handeln. Am Anfang des ersten, der fast durchweg Opfervorschriften enthält, steht aufmerken machend die paronomastische Wendung (15, 4): „Darnahe, wer seine Nahung darnaht...", und der zweite, die Erzählung von dem Volksmurren und seiner Bestrafung und die vom blühenden Stab Aharons umfassend, schließt mit der paronomastischen bangen Frage des Volkes: „Jeder Nahe, der naht SEINER Wohnung, — er stirbt, / sollen wir gänzlich vergehn?" Siebenmal steht im 15. Kapitel die Hifilform im Sinn des Opferns, dazu noch einmal in dem selten vorkommenden des profanen Nahebringens einer Person, in der offenbar wegen dieser Wendung hier eingefügten Episode V. 32—36; im 16. Kapitel mit der sich anschließenden Verordnung (17, 1—7) steht sie dreimal, dreimal die Kaiform, dreimal das als Partizip des Kai fungierende Adjektiv. Diese Wortatmosphäre, dazu die siebenfache Wiederkehr des Wortstamms „sterben" im dritten Abschnitt, teilt eindringlicher, als irgendein lehrhafter Text es vermöchte, jedem dem Leitwortstil geöffneten Leser mit, um was es geht, und in welchem Ernst. Von da aus muß Mosches Antwort gelesen werden; jede Wiederkehr des Wortes „nahen" darin bekommt von da her ihre Emphase: „Am Morgen, da wird ER kenntlich machen, / wer sein ist und wer der Heilige, / daß er den sich nahen lasse: / wen er erwählt, / den wird er sich nahen lassen." Und: „Ist's euch zu wenig, / daß Jissraels Gott euch schied aus Jissraels Gemeinschaft, euch ihm nahen zu lassen /____Nahen ließ er dich und all deine Brüder die Söhne Lewis mit dir, / und nun trachtet ihr auch nach dem Priestertum!" Und dann im gleichen Wort die Aufforderung zu dem Versuch des ihnen geweigerten„Näherns", der die Katastrophe bewirken wird: „Nehmt jeder seine Pfanne, / gebt auf sie Räucherwerk / und nahet vor IHN jeder seine Pfanne ..." (Worauf wieder reimartig folgt: „zweihundertundfünfzig Pfannen, / auch du und Aharon jeder seine Pfanne. / Sie nahmen jeder seine Pfanne." Im 17. Kapitel, nach der Vernichtung, kehren die Pfannen wieder, — auch die Aharons, mit der er nun mittelnd, „zwischen den Toten und den Lebendigen" stehend, räuchert.) Ein Nahen war gewährt, die Vermessenheit begehrte ein andres Nahen, nahen soll sie nun — und verbrennen. Paronomastisch wiederholt Mosches Antwort die Grundworte der Herausforderung. „Zuviel euch!" rufen die Korachleute, und Mosche erwidert: „Zuviel euch, Söhne Lewis!" Für „all die Gemeinschaft" wollen jene sprechen, als „du und all deine Gemeinde" 487

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