Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 11 (1935-1936)
- Issue
- Heft 3 (Juni 1935)
- Article
- Die neue Berliner Bibel
- Date
- 1935-06-01
- Page
- 127 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Abraham Heschel: /dl tttld Dtt Treibriemen schwingen von deinem Herzen zu meinem, mischen und mengen meine Schmerzen mit deinen; bin ich nicht du? Bist du nicht ich? Meine Nerven sind in deine verschlungen, deine Träume sind von meinen durchdrungen; in Körper-Millionen sind wir nicht Eins? Oft seh ich mich selbst in jedermanns Antlitz, in fremden Tränen meine Sorgen, als wäre unter Millionen Masken — ich verborgen. Ich leb in mir und leb in dir. Über deine Lippen kommt ein Wort von mir zu mir. Aus deinen Augen kommen meine Tränen. Wenn ein Leid dich quält, — schrei auf zu mir! Wenn ein Mensch dir fehlt, — reiß auf meine Tür! Du lebst in dir, du lebst in mir. Aus dem Jiddischen übertragen von Leo Hirsch (Fortsetzung von Seite 126) mung" der neuen Übersetzung gestatteten. Bis jetzt liegen „Tora" (Pentateuch) und „Volksgeschichte" (Josua, Richter, Samuelbücher und Königsbücher) fertig vor. Die Übersetzung des Fünfbuches hat der Potsdamer Rabbiner Schreiber verfaßt, von den „Nebiim rischonim" besorgte Auerbach das Buch Jehoschua, Oans das Richterbuch (Schofetim), Galliner die beiden Bücher Samuel und B. Jacob Melachim. Die Tora-Übersetzung von Schreiber hatte das größte Maß von Stoffverschiedenheit zu bewältigen; an dem Fünf buch kann sich jeder Übersetzer bewähren, enthält es doch außer den erzählenden Teilen höchst heterogene und bunte Stücke, Gesetzestexte und vor allem eine solche Fülle von Leid und Sang, daß zu einer Neuschöpfung alle Register der deutschen Sprache gezogen werden müssen. Die kaum übersehbare Zahl der schon 127