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Der Morgen · 1934-09-01 · Heft 6-7 (September 1934) · p. 317

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Journal
Der Morgen
Volume
10 (1934-1935)
Issue
Heft 6-7 (September 1934)
Article
Religiöse Bewegung um uns [Rezension]
Date
1934-09-01
Page
317 (sequence 2)
Language
German
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sichtlich neben- und miteinander. Ihr ideales Ziel ist: Ein Volk, ein Reich, eine Kirche. Diese Sehnsucht teilen viele, die nicht zur Partei gehören; sie ist so populär wie möglich . . ." Rade führt weiterhin aus, daß sich also nicht gegen diesen Grundgedanken, sondern gegen seine Verwirklichung in der Form der Reichskirche Widerspruch aus religiösen Gründen erhob: dieser „religiöse Widerspruch . . fand sein Organ im „Deutschen Pfarrernotbund". Elemente, die einer politischen Neugestaltung unseres Staatswesens sich ohne weiteres und freudig einordneten, sahen sich durch das kirchliche Verhalten der Deutschen Christen zum religiösen Widerstand gedrängt. Voran die dogmatisch strengen Vertreter eines „positiven Christentums" im engeren Sinne. Wer da erwägt, wie verpönt schon der Gedanke einer möglichen „Union" für weite Kirchenkreise konfessionellen Rechts im ganzen vergangenen Jahrhundert war, wird leicht ermessen, welch schwere Opfer jetzt die Zumutung einer evangelischen „Reichskirche" ihnen auferlegte". Einen weiteren religiösen Grund zum Widerspruch findet Rade darin, daß viele deutsche Protestanten „zu den Grund- und Lebensbedingungen einer evangelischen Kirche vor allem die volle Gewissensfreiheit der Evangeliumsverkündigung rechneten". „Die kirchlichen Kämpfe, die sich hinter diesen Umständen entrollten, beschäftigen uns hier nicht. Die Antwort aber, die damit das von Hitler begehrte „positive Christentum" auf seine ursprüngliche Werbung ihm gab, mußte für ihn eine schwere Enttäuschung bedeuten. Der Hang zur Volks- und Staatseinheit wurde damit an einer empfindlichen Stelle gehemmt. Nur eine Abhilfe schien möglich: Das Eingreifen des Staates in die kirchlichen Dinge. Das aber hat der Reichskanzler und durch ihn die Regierung des dritten Reiches grundsätzlich abgelehnt..." II. Im Augustheft der katholischen Zeitschrift „Stimmen der Zeit" bemüht sich Max Pribilla S. J. in einem Aufsatz: „Der deutsche Protestantismus in Bewegung" (11. Heft, 1934), eine leidenschaftslose Untersuchung der streitenden Gruppen innerhalb der evangelischen Kirche — unter Ausschluß der Freikirchen, Baptisten, Methodisten, Heilsarmee usw. — zu bieten. Er stellt den „Deutschen Christen", deren Losungswort: „Ein Volk, ein Staat, eine Kirche" er ausführlich erläutert, die lutherisch-unierte Bekenntnisgruppe und den Kreis der Reformierten (mit Karl Barth an der Spitze) gegenüber. In der lutherisch - unierten Bekenntnisgruppe sind nach Priballas Darstellung „jene Lutheraner und Unierten vereinigt, die zwar manche Ausstellungen und Forderungen der Deutschen Christen als berechtigt anerkennen, insbesondere den nationalsozialistischen Staat mit den moralischen Kräften der Kirche zu unterstützen bereit sind, aber in der Gleichschaltung zwischen Staat und Kirche eine Gefährdung oder Verletzung des Bekenntnisses sehen. Zu dieser Gruppe gehört der größte Teil des seit Mitte 1933 bestehenden Pfarrernotbundes." Für das religiöse Programm dieser Gruppe sind fol- 317

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