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Der Morgen · 1934-08-01 · Heft 5 (August 1934) · p. 229

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Journal
Der Morgen
Volume
10 (1934-1935)
Issue
Heft 5 (August 1934)
Article
Jüdische Sprichwörter
Date
1934-08-01
Page
229 (sequence 3)
Language
German
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Jüdische Sprichwörter Lomp' hinuf, Sorg herunter I Zur Bezeichnung der sabbatlichen Gemütsruhe. Sobald die altväterische messingene („zu 'ner goldnen Lomp", sagt ein anderes Sprichwort, „gehört e goldene Schabbes-Goje", Sabbat-Frau), siebenarmige Sabbatlampe, die, an der Decke des Zimmers über dem Tische hängend, am Freitagabend herabgelassen wurde, nach Sabbatausgang wieder in die Höhe steigt, beginnen auch die werktägigen Sorgen wieder. Diese Seelenruhe des Sabbats soll auch durch die rabbinische sinnbildliche Vorstellung bezeichnet werden, nach welcher jeder am Sabbat eine zweite, besondere Seele erhält, die mit dem Sabbat sich wieder entfernt, weshalb auch, zur Erheiterung der zurückgebliebenen Schwester, beim Scheiden des Sabbats und der Sabbatseele, zum Segensspruch für die beginnende Woche, außer Wein und Licht, noch Wohlgerüche genommen werden sollen. (Taanit 27 b, Berachot 51b, Bajit Chadasch zu Tur Orach Chajim 297). Was get mich das Hölzche' anl Es kommt bei einer Sache nicht sowohl auf die Auffassung anderer an, als vielmehr auf die Wirkung, die sie auf mich selbst hat. — Ein alter Mann, der sich in einer Krankenanstalt befand, klagte dem Vorsteher bei einem Besuche desselben über die Kälte, die stets im Zimmer herrsche. Der Vorsteher geht an das Thermometer, das sich im Zimmer befindet, sieht darauf und sagt: „Ich weiß nicht, was Sie wollen. Das Thermometer zeigt 16 Grad." „Was get (geht) mich das Hölzche' an!" rief ärgerlich der Alte, „wenn es dem Hölzche7 aach zu warm is, mir is es kalt." Kaan' Zettel un doch g etroffe' I Wenn jemand, obgleich nicht im mindesten bei einer Sache beteiligt, dennoch bei deren Übeln Folgen mitbüßen muß. Wenn ein deutscher Jude z.B. in seinem Geburtslande nicht als Deutscher gelten soll und von einem eindringenden Feinde doch als Deutscher behandelt und mißhandelt wird, so heißt dieses: „Kaan* Zettel (in der Lotterie) und doch getroffe'!" Das Juliheft enthielt u. a. folgende Beiträge: Lüge der Siaiislik / Hermann Sinsheimer, Blick auf das Tragische Hans Rosenfeld, Jüdischer Adel? / Hans Bach, Ende des Bürgerrums? Bertha Badi - Sirauss, Die Versuchung Das September/Oktober-Heft erscheint als Doppelnummer und ist religiösen Gegenwartsfragen gewidmet Es schreiben u. a.: Ludwig Feuchrwanger, Religion heuie / Leo Baeck, Das Judenium unier den Religionen / Margarete Susmann, Trosi / Oskar Wolfsberg, Geistige und geisiliche Führung / Max Dienemann, Uber den Gedanken einer neuen Synode / Rudolf Hallo, Die christliche Wissenschaft vom Judentum / Ludwig Sirauss, Sätze 229

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