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Der Morgen · 1934-04-01 · Heft 1 (April 1934) · p. 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
10 (1934-1935)
Issue
Heft 1 (April 1934)
Article
Religion und Volkssitte
Date
1934-04-01
Page
18 (sequence 3)
Language
German
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M. Y. Ben-Gavriel: Dßr Gartetl ÜßS Vor einigen Jahren erzählte man sich einmal, daß unten in der südlichen Wüste ein Grenzreiterposten von Beduinen ausgehoben worden sei. Das war zu einer Zeit, da die politischen Verhältnisse in Jerusalem wieder einmal etwas unruhig waren und wir Zeitungskorrespondenten alle Hände voll zu tun hatten. Ich vergaß daher bald diese kleine Nachricht aus dem ewig unruhigen Gebiet an der Grenze von Transjordanien und der Ssaudiye, wie man an all die täglichen kleinen Zwischenfälle in der Wüste vergißt, wenn sie keine politischen Folgen nach sich ziehen. Vor kurzem nun verbrachte ich mit ein paar ehemaligen Grenzreitern einen Abend. Man sprach über Erlebnisse aus diesem und aus jenem Krieg, und dann kam das Gespräch auch auf jenen kleinen Zwischenfall, auf die Überrumpelung des Kamelreiterpostens El terbiyeh durch eine Abteilung der Rualabeduinen. Einer von den Anwesenden erzählte, daß die Regierung den Rualaleuten eine runde Geldsumme und einen Haufen Gewehre als Lösegeld für die Gefangenen habe zahlen müssen. Ein anderer wußte, daß den Beduinen bei dieser Gelegenheit die „Eidechse", eines der netten, mit einem Maschinengewehr und einer kleinen niedlichen Kanone bestückten Panzerautos in die Hände gefallen war. Da sie mit dem grauen Kasten nichts anzufangen wußten, hatten sie ihn derart gründlich ruiniert, daß (Fortsetzung von Seite 17) archaischer Existenz. Er ist der strenge Gesetzgeber, der mit seinen genau innezuhaltenden Geboten dem jüdischen Leben eine bestimmte Etikette auferlegt, weil er es eben so und nicht anders will. Was diese Form für die Erhaltung der ewig bedrohten jüdischen Existenz geleistet hat, bedarf keiner Erwägung. Ebenso tritt seit Generationen ans Licht, daß die konservative Art des Lebens im alten Brauchtum unaufhaltsam an Boden verliert. Für uns liegt darin keine dogmatische Frage mehr, keine uns ergreifende Kampfparole in der Auseinandersetzung zwischen Altgläubigen und Neuen; die Antithese zwischen Form und Inhalt hat ihre Kraft längst eingebüßt Wir wissen, daß Formlosigkeit 18

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