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Der Morgen · 1934-02-01 · Heft 8 (Februar 1934) · p. 450

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
9 (1933-1934)
Issue
Heft 8 (Februar 1934)
Article
Geheimnisvolle Welt
Date
1934-02-01
Page
450 (sequence 8)
Language
German
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Josef Kastein: Geheimnisvolle Welt setzesfragen erörtern, geschieht es in hebräisch, während Erklärungen zu den Gesetzen auf persisch gelesen werden. Je weiter sich Eldad in seinen Berichten seiner vermutlichen Heimat nähert, desto mächtiger und kriegerischer werden die Stämme. Efrajim und die eine Hälfte des Stammes Manasse wohnen in Westarabien, in den Bergen nahe der Stadt Mekka, „bei den götzendienerischen Ismaeliten". Sie sind vorzügliche Reiter, kraftvoll, mutig, jähzornig und immer auf Kriege versessen. Sie sind alle Helden. Einer von ihnen nimmt es mit tausend Feinden auf. Schimon und der Rest des Stammes Manasse endlich wohnen im Lande der Kusarim (der Chazaren), sechs Monatsreisen weit. Sie sind mächtiger als alle anderen Stämme. Die Könige von fünfundzwanzig Völkern zahlen ihnen Tribut, und selbst ein Teil der Mohammedaner ist ihnen unterworfen und tributpflichtig. So läßt Eldad also sechs von den Zehn Stämmen in Asien und Europa wohnen. Nun ist noch das Schicksal der vier anderen zu klären: Dan, Gad, Ascher und Naftali. Diese vier Stämme wohnen alle in Afrika, genauer: in Aethiopien, jenseits der Flüsse von Kusch" bis zum Strome Sambatjon hin. Ihr Gebiet bildet einen selbständigen Staat, der einen Umfang von sieben Monatsreisen hat. Er wird regiert von einem gemeinsamen König, der Usiel ben Malchiel oder Adiel ben Michael heißt. Ihm zur Seite steht ein Großfürst aus dem Stamme Dan mit Namen Elizafon, und ein Oberrichter, Abdon ben Mischael, der selbst die Todesstrafe verhängen darf. Dieses Land ist in Wirklichkeit das alte Goldland Chawila, von dem schon die Bibel in ihrem ersten Buche erzählt: „Ein Strom aber geht von Eden, den Garten zu tränken, / und teilt sich dann und wird zu vier Aesten. ' Pischon heißt der eine, der umfließt das ganze Land Chawila, wo das Gold ist. / Fein ist das Gold des Landes» da ist das Edelharz und der Stein Chrysopras." Es ist also nicht verwunderlich, daß die Stämme sehr reich sind. Sie besitzen Gold und Silber und Edelsteine und haben zahlreiche Herden von Rindern, Kamelen und Eseln. Es mag aber auch sein — Eldad läßt es dahingestellt —, daß dieser Reichtum von den ständigen Kriegen kommt, die die Stämme mit den sieben Königen von Kusch führen. Es ist immer Krieg, und das Handwerk des Kriegers ist ebenso ehrenvoll wie selbstverständlich. Wenn der Kriegszug beginnen soll, ruft der Herold mit dem Horn auf. Dann wird die Fahne entfaltet. Sie ist weiß und trägt in schwarzen Lettern die Aufschrift: „Höre Israel!" Einhundert und zwanzig Tausendschaften treten an, eine jede mit einer weißen Fahne. Alle drei Monate lösen sich die Stämme 450

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