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Der Morgen · 1934-02-01 · Heft 8 (Februar 1934) · p. 449

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Journal
Der Morgen
Volume
9 (1933-1934)
Issue
Heft 8 (Februar 1934)
Article
Geheimnisvolle Welt
Date
1934-02-01
Page
449 (sequence 7)
Language
German
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Geheimnisvolle Welt ihn für 32 Goldstücke an einen Juden aus dem Stamm Jissachar. Der nimmt ihn mit über das Meer und bringt ihn zu seinem Volke. Dadurch erhält Eldad Gelegenheit, diejenigen Stämme kennenzulernen, die noch im ,Norden', im Räume ihrer einstmaligen Verbannung, hausen. Es sind: Jissachar, Rüben, Sbulon, Efrajim und Manasse. Wieder vereinigen sich Reste geschichtlichen Wissens, Kenntnis alter Sagen, Umdeutung von Gerüchten über freie jüdische Stämme und dichterische Ausmalung zu einem Gesamtbild, dessen wesentlichste psychologische Voraussetzung die ist, daß der Rahmen des Möglichen nirgends überschritten wird. Der Stamm Jissachar wohnt in den Bergschluchten an den Grenzen von Medien und Persien. In ihrer Nachbarschaft wohnen gefährliche Feueranbeter, die sich ihre Mütter und Schwestern zu Frauen nehmen. Aber sie schaden einander nicht und sie nützen einander nicht. Jissachar lebt ganz für sich, ein ruhiges, friedfertiges Volk, in dem sich nichts Böses und nichts Makelhaftes befindet, das nicht Erpressung und nicht Raub kennt, und bei dem Ehrlichkeit hoch im Werte steht. Man kann Kleider oder gar Geld irgendwo auf der Straße liegen, lassen. Niemand wird es fortnehmen. Sie treiben Ackerbau und Viehzucht. Sie haben bedeutende Herden an Groß- und Kleinvieh, an Kamelen und Eseln. Nur Pferde züchten sie nicht. Sie sprechen hebräisch und persisch. Sie haben einen Richter, der Nachschon heißt. Sie erfüllen getreulich das Gebot: „Es weiche nicht die Thora von dir." Sie beschäftigen sich viel mit ihr und halten ihre Gebote, insbesondere diejenigen über die Schlachtung von Tieren und über den Genuß von Unreinem, noch strenger als die Soferim, die Schriftgelehrten, denn die — meint Eldad — haben die Gesetze zu vereinfachen gesucht. Aber beim Stamm Jissachar werden sie so streng gehalten, wie Mosche sie gemeint hat. Sie haben auch einen Kriegsführer; aber sie kämpfen nicht mit Menschen, sondern mit der Thora. Waffen besitzen sie nicht außer Dolchen. Aber auch die werden nur zum Schächten der Tiere verwandt Weniger ist von den Stämmen Rüben und Sbulon zu berichten. Sie wohnen nebeneinander zu beiden Seiten eines Gebirges, das Paran oder Parian heißt. Sie sprechen hebräisch und persisch. Sie treiben Handel mit Armenien und bis zum Euphrat hin. Aber auch das Kriegführen lieben sie sehr. Sie bekämpfen gemeinsam die Nachbarvölker, ziehen auch bei geeigneter Gelegenheit auf Plünderung und Wegeraub aus und teilen sich dann einträchtig die Beute. Dabei vergessen sie keineswegs, fromme Juden zu sein. Sie haben die Heilige Schrift und Mischna und Talmud und Aggada. Wenn sie Ge- 449

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