Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 9 (1933-1934)
- Issue
- Heft 3 (August 1933)
- Article
- Die jüdische Schule
- Date
- 1933-08-01
- Page
- 200 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Jikob Hororctz so manche bittere Sorge abgenommen werden. Mit vergleichsweise geringen Mitteln könnte unendlicher Segen zum Heile des Ganzen gestiftet werden. Noch ein Wort über die Lehrer: Angesichts der großen Forderungen, die die deutsche jüdische Schule der Zukunft nach allen Richtungen hin an den jüdischen Lehrer stellt, ist auf seine Vorbereitung, vor allen Dingen nach dec jüdisch religiösen Seite hin, ein besonderes Augenmerk zu richten. So dankenswert es gewiß ist, wenn für Studienräte und andere Lehrer Gelegenheiten geschaffen worden sind, um ihnen die Möglichkeit zur Ausbildung in den jüdischen Religionsfächern zu geben und damit ihre Verwendungs- und Anstellungsmöglichkeiten zu erhöhen, so darf die Erlaubnis zur Erteilung des jüdischen Unterrichts doch nie und nimmer eine Lockspeise werden, die ausgeworfen wird, um recht viele anzuziehen. Es müßte im Gegenteil das gemeinsame Ziel aller Richtungen im Judentum sein, nur diejenigen zum jüdischen Religionsunterricht zuzulassen, die aus eigenem innerem Verlangen zu ihm kommen, und die zu seiner Erteilung durch ihre ganze Persönlichkeit wahrhaft berufen sind, nicht zuletzt auch in Rücksicht auf die Kenntnisse, die sie sich erworben haben. Ob. was ohne Zweifel an sich wünschens- und erstrebenswert wäre, die Mögliciikeit besteht, eigene jüdische Hochschulen für die Ausbildung jüdischer Volksschullehrer zu gründen, scheint mir sehr fraglich. Für die akademischen Lehrer kommt ja ohnehin nur die Universität in Frage. Einstweilen besieht ja aber noch eine simultane Hochschule für Lehrerausbildung, die grundsätzlich auch den Juden ihre Tore nicht verschlossen hat. Für den jüdischen Unterricht der jungen Leute, die in sie einzutreten beabsichtigen, muß durch einen umfassenden mindestens einjährigen Vorbereitungskursus gesorgt werden, wie er seit Jahren für die Frankfurter Pädagogische Akademie in Wirksamkeit ist. Während der zweijährigen Ausbildung an der Akademie müßten jene Kurse ihre Fortsetzung und Ergänzung erfahren. Nach Ablegung der Lehrerprüfung würde aber mindestens ein weiteres halbes, am besten ein volles Jahr hinzukommen müssen, das vorzugsweise der jüdischen Ausbildung dient. Der so ausgerüstete Lehrer wird in der Lage sein, die Vorzüge einer gründlichen methodischen Ausbildung durch die Hochschule und ein tiefes Eindringen in die neuzeitlichen Restrebungen auf dem Gebiete der deutschen Erziehungslehre mit vielseitigem jüdischen Wissen zu vereinigen. Das letzte Ausbildungsjahr sollte dann auch mit dazu dienen, den jungen Lehramtskandidaten in die Praxis des Unterrichts in einer jüdischen Schule einzuführen. Ohne daß ich etwa verkenne, mit welchem ausgezeichneten 200