Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 9 (1933-1934)
- Issue
- Heft 1 (April 1933)
- Article
- Über die Abstammung der Juden
- Date
- 1933-04-01
- Page
- 12 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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B. Brotzln* sie hermelisch verschlossen. Die Subbotniki hieben tief in Rußland stecken und kamen mit den Juden nicht in Berührung. Als der größte Teil des alten Polen dem Russischen Reich einverleibt wurde, verblieben die Juden in ihrem Ansiedlungsgebiet, und irgendeine Vermischung zwischen ihnen und den „Subbotniki" ist nicht erfolgt. Ausschlaggebend war dabei selbstverständlich nicht die räum-i liehe Scheidung, sondern die vollkommene Gleichgültigkeit des modernen Judentums gegen das Proselytenlum. Es gibt einen klaren Beweis dafür, daß im alten Polen keine Veränderung des aschkenasischen Typus staltgefunden hat. Wäre so etwas geschehen, so müßte es einen grundsätzlichen Unterschied zwischen dem anthropologischen Typus der echten deutschen Juden und der Ostjuden geben. Ein solcher Unterschied konnte von keinem Anthropologen bisher festgestellt werden. Die Typen der aschkenasischen Juden sind außerordentlich viel fältig; denn die Rassenbestandteile, die das aschkenasische Judentum bildeten, sind sehr verschieden. Aber vom Rhein bis zum Dnjepr, von der Duena bis zum Schwarzen Meer haben wir dieselben Rassenbestandteile in ungefähr demselben Verhältnis. Und das beweist, daß die Rass^-mischung bei den Asclikenasim in der Geschichte weit zurückliegt.1) Wir müssen also das Schicksal der Juden weiter in der Geschichte verfolgen. Vielleicht haben die Aschkenasim den blonden Einschlag auf mitteleuropäischem Boden, also hauptsächlich in Deutschland erhalten? Auch das konnte nur in sehr beschränktem Umfange der Fall sein. Die Juden in Deutschland erscheinen zunächst am Rhein. Es ist höchst wahrscheinlich, daß die rheinischen jüdischen Gemeinden schon unter der römischen Herrschaft entstanden sind; für einige ist diese Tatsache bewiesen. Dabei konnte etwas proselytisches Blut auch nordischer Art in das aschkenasische Judentum kommen. Im allgemeinen ist die bedeutende Vermehrung des deutschen Judentums vom X. bis zur Milte des XIV. Jahrhunderts dem Zustrom der Juden aus Frankreich, wo sie schon früh schweren Verfolgungen ausgesetzt waren, zuzuschreiben. Die Verbreitung, sogar Vorherrschaft, der französischen Sprache bei den i) Dr. Fishberg scheint bei seiner Behauptung, daß die Rassemischung bei den Ostjuden von If^hem Datum sei. von der Beobachtung dar sibirischer. Juden beeinflußt zu sein. Dvs sibirischen Juden bestehen hauptsächlich aus Nachkommen von Deportierten. Diese hatten unter sich sehr wenig Frauen, und es war ihnen von der Regierung scsUUet, Frauen der einheimischen, nicht ehmthehen Bevölkerung zu heiraten. So haben die sibirischen Juden einen s«f^ f"sch«i Erschlag mongolischen Blutes erhalten. Man darf aber nicht von den 3o— ooo sibirischen Juden ausgehend, die unter ganz besonderen Bedingungen lebten, irgendwelche Schlüsse auf das Millionen zählende Ostjudentuin ziehen. 12