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Der Morgen · 1933-04-01 · Heft 1 (April 1933) · p. 11

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Journal
Der Morgen
Volume
9 (1933-1934)
Issue
Heft 1 (April 1933)
Article
Über die Abstammung der Juden
Date
1933-04-01
Page
11 (sequence 9)
Language
German
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Oker die Abstammung der Juden hauptsächlich der sogenannten dinarischen Rasse angehört, die der vorderasiatischen sehr ahnlich ist und von vielen Anthropologen von dieser überhaupt nicht unterschieden wird. Also auch die meisten Juden der Balkanhalbinsel mußten von demselben anthropologischen Typus sein, wie die vorderasiatischen. Dagegen haben die weniger zahlreichen Juden von Ägypten und Cyrenaika in sich Proselyten der mittelländischen (westischen) Rasse aufgenommen, die sich von der orientalischen wenig unterscheidet. Hier lagen die Anfänge einer Divergenz zwischen den zwei jüdischen Grundtypen. Um sie zu verstehen, brauchen wir also nicht die Theorie, daß aus Judäa der Weg nach Norden und aus Galiläa nach Westen versperrt war. Die Frage der Herkunft des starken blonden Einschlags bei den Aschkenäsim ist aber damit noch nicht gelöst, denn die vorderasiatische Rasse ist, wie wir aus der Beobachtung der Armenier wissen, durchweg dunkeL Die Meinung Fishbcrgs, daß die Juden auf slawischem Boden sehr viel slawisches Blut aufgenommen haben, eine Ansicht, die in der Anthropologie der Juden schon stark an Boden gewonnen hat, müssen wir hier entschieden zurückweisen. Die Juden kamen nach Polen und weiter nach Lilauen und Ukraine aus dem Westen. Es gibt kaum eine Stadt, kaum ein Schloß in Westdeutschland und Böhmen, deren Benennung wir unter den Namen der Ostjuden nicht finden können: Landau und Hessen, Frankfurt, Nürnberg, Günzburg und Eiger, Lipschütz usw. usw. Vom Rhein brachten die Juden ihre deutschen Dialekte mit, die sie bis zum heutigen Tage an der Weichsel, an der Memel und an dem Dnjepr sprechen. Im alten Kiew wohnten .zwar Juden, die slawisch sprachen, aber sie waren nicht zahlreich und scheinen beim Ansturm der mongolischen. Horden von Batyj im XIII. Jahrhundert mitsamt der ganzen Bevölkerung untergegangen zu sein; deswegen wohl wurde gerade ein deutscher und kein slamscher Dialekt zur Sprache der Ostjuden. Das massenhafte Erscheinen der Juden in Polen findet aber in der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts statt, — die Juden flüchteten nach dem Osten vor den schrecklichen Verfolgungen, denen sie in mitteleuropäischen Ländern im Zusammenhang mit dem Ausbruch des „Schwarzen Todes" ausgesetzt waren. Aber im XIV. Jahrhundert stellten die Juden eine völlig in sich abgeschlossene Gemeinschaft dar, die keineswegs geneigt war, fremde Elemente aufzunehmen. Auch die Entstehung der judaisierten Sekte der „Subbotniki" in Moskovien gegen Ende des XV. Jahrhunderts brachte keine Beimischung von slawischem Blut bei den Ostjuden, denn die Grenzen von Moskovien waren für tt

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