Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 9 (1933-1934)
- Issue
- Heft 1 (April 1933)
- Article
- Über die Abstammung der Juden
- Date
- 1933-04-01
- Page
- 13 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Ober die Abstimmung der Juden Juden Üeulschlands vor den Kreuzzügen und noch später in den Donaulandern kann als Beweis dafür angesehen werden. Auch in Deutschland erscheinen also die Juden in größerer Zahl erst in einer so späten Zeit, in der der Proselytismus schon kaum mehr möglich war. Hieraus konnte also der starke blonde Einschlag im jüdischen Erbgut nicht stammen. Die endgültige Herauskristallisierung des anthropologischen Typus im aschkenasischen Judentum muß also noch viel älteren Datums sein. Sie scheint im Weströmischen Reich am Ausgang der Antike stattgefunden zu haben. Bei dem Zerf all des Römischen Reiches treffen wir Juden in großen Massen hauptsächlich in zwei Zentren: in Südfrankreich (auch Norditalien) und in Spanien. So wie der anthropologische Typus der Sephardim sich endgültig in Spanien, so scheint der anthropologische Typus der Aschkenasim in Südfrankreich, richtiger in Süd- Gallien, sich herausgebildet zu haben. Die Juden, die nach Gallien gekommen sind, stammten aus dem Oströmischen Reich, und die vorderasiatischen Rassenelemente überwogen über die orientalischen. Es ist aber kaum daran zu zweifeln, daß sie eine sehr große Zahl von einheimischen Proselyten in sich aufgenommen haben, denn wie bereits ausgeführt, lief die jüdische Propaganda sehr lange der christlichen parallel.1) Die. starke Durchsetzung der zugewanderten Juden mit einheimischen Proselyten ist aus vielen geschichtlichen Tatsachen erkenntlich. Die Juden sprachen weder aramäisch noch griechisch, sondern das volkstümlich umgebildete Latein. Hebräisch ist ihnen so fremd, daß sogar die Inschriften auf Denkmälern noch im frühen Mittelalter lateinisch sind. Sie sind vielfach in der Landwirtschaft tätig. Und besonders der Charakter des Kampfes der katholischen Kirche gegen das Judentum zeugt dafür, daß wir es hier mit einer breiten Schicht einheimischer Bevölkerung zu tun haben. Die zahlreichen Provinzkonzile der katholischen Geistlichen der zweiten Hälfte des V., VI. und VII. Jahrhunderls in Frankreich und Spanien sind immer damit beschäftigt, die Juden von den Christen abzusondern. Die Juden dürfen mit den Christen gesellschaftlich nicht verkehren, sie dürfen mit den Christen nicht speisen, sie dürfen mit den Christen nicht zusammen baden, sie dürfen keine Mischehen eingehen. Alle diese Beschlüsse hätten keinen Sinn, wenn die Juden einen völlig fremden Bestandteil der Bevölkerung bildeten. Die Talmud-Juden pflegen keinen gesellschaftlichen Verkehr mit den Christen, sie speisen nicht mit ihnen, baden nicht mit ihnen und schließen erst recht keine l) Siehe darüber Jean Juster, Bd.I., S. 390 u.ff. 13