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Der Morgen · 1933-04-01 · Heft 1 (April 1933) · p. 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
9 (1933-1934)
Issue
Heft 1 (April 1933)
Article
Über die Abstammung der Juden
Date
1933-04-01
Page
7 (sequence 5)
Language
German
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Ober die At;';mmvmg der Juden gruppen anthropologisch durchforscht wurden. Alle diese Gruppen zeigten sich anthropologisch von den Aschkenasim verschieden. Die Sephardim, die größte und kulturell wichtigste dieser Gruppen, sind mittel- bis langköpfig, haben einen ganz unbedeutenden blonden Einschlag, besitzen eine gerade dünne Nase, sind schlank. Wieder anders sind die Jemeniten; sie sind ausgesprochen langköpfig und sehr dunkeL Die Kaukasischen Bergjuden sind hoch gewachsen und zeichnen sich durch ihre außerordentliche Kurzköpfigkeit aus (Kopfindex 85—86). Es gibt sogar chamitisch aussehende Juden in Abessinien (die Fallaschas) und ganz dunkelhäutige in Ost-Indien. Dabei beteuern alle Juden, daß sie vom Si nen Abrahams entstanden und daß ihre Väter einmal aus Palästina ausgewandert seien. Da es völlig unmöglich ist, alle diese verschiedenen Menschengruppen von den palästinensischen Juden abstammen zu lassen, so blieb nichts anderes übrig, als anzuerkennen, daß die kleineren Judengruppen nicht aus Palästina gekommen seien, daß sie also von Proselyten stammen. Für die zwei größeren und kulturell wichtigeren Gruppen der Aschkenasim und der Sephardim wollte man aber die Tradition, daß sie unvermischte Nachkommen der palästinensischen Juden sind, aufrecht erhalten. Es wurde daher die folgende Theorie aufgestellt: Die jüdische Bevölkerung Palästinas soll anthropologisch nicht einheitlich gewesen sein, — im Süden mehr orientalisch, im Norden mehr vorderasiatisch. Die südpalästinensischen Juden wanderten nach Westen aus, und von ihnen stammen die Sephardim ab; die nordpalästinensischen wanderten nach dem Norden aus, und von ihnen stammten die Aschkenasim. Daß gewisse anthropologische Unterschiede zwischen den Juden im Süden und den Juden im Norden Palästinas bestanden haben mögen, soll nicht bestritten werden. Völlig unverständlich ist es aber, warum die Galiläer nicht nach dem Westen auswandern konnten, — an Häfen konnte es gerade ihnen nicht fehlen. Und warum sollten die Juden aus Judäa den Weg nach dem Norden nicht finden können? Daß ernste Anthropologen solche willkürliche und gekünstelte Theorien plausibel finden, zeigt die große suggestive Wirkung einer alten Tradition. 2. Die jüdische Tradition und die Geschickte. Seit ungefähr tausend Jahren befassen sich die Juden nicht mehr mit Proselytenmacherei. Heute können sie und auch die Christen es sich nur schwer vorstellen, daß die Juden früher an der Bekehrung der Heiden sich 7

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