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Der Morgen · 1933-04-01 · Heft 1 (April 1933) · p. 6

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Journal
Der Morgen
Volume
9 (1933-1934)
Issue
Heft 1 (April 1933)
Article
Über die Abstammung der Juden
Date
1933-04-01
Page
6 (sequence 4)
Language
German
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B. Brutzkus „laschon knaani" bezeichnet. Israel war also die dritte Welle der nomadisierenden Semiten, die sich über Palästina ergossen hat Bei einer solchen Sachlage ist es unmöglich, sich vorzustellen, daß bei dem seßhaften Israel das vorderasiatische Blut vorherrschend sein könnte. Die Tatsache, daß in der Bibel keine Einflüsse der sehr eigentümlichen hethitischen Kultur, die auf einer ziemlich hohen Stufe stand, festzustellen sind, spricht auch entschieden gegen die Theorie Luschans. Es unterliegt kaum einem Zweifel, daß das Volk Israel in anthropologischer Hinsicht überwiegend orientc?:scher Rasse war, wenn auch ein gewisser vorderasiatischer Einschlag wahrscheinlich ist Da die Assyrer nach der Eroberung des. Königtums Israel Übersiedler aus nördlichen Gebieten in das Land brachten, so konnte in der Periode des zweiten Tempels das vorderasiatische Element unter den Juden etwas erstarken. Es gibt auch eine Reihe von indirekten Beweisen dafür, daß die palästinensischen Juden vorwiegend orientalischer Rasse waren. Nach den Untersuchungen von Luschan selbst sind die Schädel in den Gräbern der Phönizier mittel- oder langköpfig. Die Samaritaner und die Fellachen Palästinas sind langköpfig. Alle diese Gruppen müssen aber rassenmäßig als nächste Verwandte der alten Juden betrachtet werden. Noch schwächer ist die Theorie Luschans über die Herkunft des blonden Typus bei den Juden. Als Amoriter bezeichneten die Akkader die westlichen Nomaden, die später Mesopotamien erobert haben. Das waren Semiten, und es sind keine genügenden Gründe vorhanden, sie als Menschen nordischer Rasse eu betrachten. Im Jahre 1907 sah sich von Luschan gezwungen, Zweifel über diese seine Theorie auszusprechen. Später wurde eine Theorie aufgestellt, nach der die Juden ihren blonden Einschlag den Philistäern, die unter den Chasmonäern zum Judentum bekehrt wurden, zu verdanken haben. Die Philistäer, wenigstens ihre Oberschicht, waren nicht semitisch. Sie sollen von der kleinasiatischen Küste oder sogar von der Insel Kreta nach Palästina eingewandert sein. Das mag alles richtig s-in, aber ein echt nordisches Volk, aus Kleinasien oder Kreta stammend, kann man sich nur schwer vorstellen. Übrigens stellen sich auch die Forscher, die einen nordischen Einschlag bei den palästinensischen Juden vermuten, diesen nicht in dem Ausmaße vor, wie wir ihn bei den Aschkenasim vorfinden. Noch größere Schwierigkeiten, die Tradition zu reiten, sind entstanden, als db historisch von den Aschkenasim abgesonderten Juden- 6

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