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Der Morgen · 1933-02-01 · Heft 6 (Februar 1933) · p. 476

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Journal
Der Morgen
Volume
8 (1932-1933)
Issue
Heft 6 (Februar 1933)
Article
Politische Ethik
Date
1933-02-01
Page
476 (sequence 1)
Language
German
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„Politische Ethik" Von Max Dienemann Unter diesem Titel ist kürzlich ein Buch von Friedrich Gogarten *) erschienen, mit dem sich auseinanderzusetzen notwendig ist. Das heißt: im Grunde genommen ist eine „Auseinandersetzung" üblicher Art mit ihm nicht möglich; es wird hier ein bestimmter Glauben vorgetragen, und mit dem Glauben eines anderen kann man sich nicht „auseinandersetzen"; da ist Zwiesprache und Diskussion unmöglich, man kann nur daneben seinen Glauben aus der inneren Sicherheit eigenen Bewußtseins hinstellen. Man kann höchstens in aller Ehrfurcht vor dem Glauben eines anderen darauf hinweisen, zu welchen Folgerungen das Vorgetragene nach der Meinung des Zuhörenden führen müßte; man darf an der Darstellung als solcher Kritik üben; und man hat die Pflicht zu sagen, wie man selbst zu den Fragen steht, um deren Beantwortung es geht. Das soll nun hier versucht werden. Man erwartet, in dem Buch Antwort auf die Frage zu finden, wie staatliches Leben aus der sittlichen Haltung des Menschen zu gestalten wäre, welches die sittlichen Grundsätze der politischen Betätigung sein sollen — denn das würde sprachlich unter dem Titel „Politische Ethik" verstanden werden. Das aber findet man nicht. Man findet vielmehr eine Definition des Begriffs Ethik und aus ihm heraus eine Theorie des Staatszwecks. Und der Begriff der Ethik wird hier aus der theologischen Haltung des unbedingten Luthertums bestimmt. Trotzdem aber wäre es verfehlt, das Buch als ein theologisches zu werten, es hat eine ausgesprochen politische Geltung, ist darauf abgestimmt, vom Glauben her das Politische zu verstehen. Eine wahrhafte Ethik, so führt Gogarten aus, ist nur dann möglich, wenn man von dem Glauben ausgeht, daß!) Diederichs Verlag, Jena ig32, 221 S. 476

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