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Der Morgen · 1932-08-01 · Heft 3 (August 1932) · p. 178

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
8 (1932-1933)
Issue
Heft 3 (August 1932)
Article
Streifzüge durch die wissenschaftliche und scheinwissenschaftliche Rasseliteratur [Rezension]
Date
1932-08-01
Page
178 (sequence 16)
Language
German
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Friedrich Merkenschlager Rassefragen gestreift. Er rechnet die populären „Rassentheorien" zu den „seltsam zerstörenden" Wirkungsfaktoren unserer Zeit. „Die Rassentheorie verursacht eine Auffassung von der Geschichte, die hoffnungslos ist." „Das Höchste wie das Gemeinste bekommt die gleiche Terminologie umgehängt, um gerichtet ins Nichts zu schreiten." „Der einzelne Vertreter dieser Theorien mag in Wahrheit ganz anders glauben und sich selbst nicht verstehen, im Sinne dieser Theorien als solcher liegt die geschilderte Konsequenz." Moeller van den Bruck: Der Preußische Stil. Mit einem Vorwort von Hans Schwarz. Breslau 1931. 202 S. 30 Tafeln. 7.80 Mk. Der Abschnitt „Vineta" beschäftigt sich mit den Grundstromen der Deutschen Volkwerdung. Fein gestochen wie in einer Menzelradierung ist jeder Einzelzug in der Gruppierung der Dinge. Alles hat hier „Rasse", nirgends herrscht die Lüge. Ein Frühvollendeter hat uns Aufzeichnungen hinterlassen, die zum Besten gehören, was je über „Rasse" geschrieben wurde. Der beste konservative Schriftsteller der letzten Jahre lebte nicht von Rassenhaß. Der war ihm zu niedrig, zu billig, zu wenig wohlgeboren, hatte ihm zu wenig Eugenik. Hans Schwarz hat neulich den Nachlaß Moeller van den Brucks unter dem Titel „Das Recht der jungen Völker" herausgegeben. Darin ist ein vorwurfsvoller Brief überliefert, den ein Anhänger der Güntherschen Rassenlehre an Moeller van den Bruck richtete. Auch die Antwort steht darin. Und diese Antwort atmet den ruhigen Hauch der Ewigkeit und der leidenschaftslos gewordenen Liebe. Ein wunderbarer Nachlaß! Ähnlich in der Haltung wirkt das nachsiehende Buch auf uns: Jakob Schaffners: „Die Predigt der Marienburg". Leipzig 1932. 2.50 Mk. Alles ist biologisch gesehen, weil es mit den Augen eines echten Dichters gesehen ist. Die Sprache ist wuchtig und doch edel. Wo aber der Fanatismus der „Rasse" sich dem Dichter in den Weg stellen möchte, da fallen Sätze wie: „Was sie auf der ganzen Flur nirgends «lehren», das ist der Mensch in seiner Tiefen- und Höhennatur und seinen einfachen, kindhaften und königlichen Weiten. Die Jungen werden hell gemacht mit konstruierten und lebensunfähigen «Unternehmergestalten», «Verbrechergestalten», «Dirnengestalten», «Arbeitergestalten», «Religionsgestalten» und Gott weiß was noch für Gestalten. Das lächerlichste Schwarz-Weiß herrscht wieder in den Erzeugnissen. Die Rechten sind nur schön und groß und edel, die Unrechten sind dumm und geschmacklos und brutal. Alle jungen Leute sind unsinnig reich, fabelhaft gescheit, groß, 178

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