Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 8 (1932-1933)
- Issue
- Heft 3 (August 1932)
- Article
- Streifzüge durch die wissenschaftliche und scheinwissenschaftliche Rasseliteratur [Rezension]
- Date
- 1932-08-01
- Page
- 177 (sequence 15)
- Language
- German
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Streifzüge durch die wissenschaftliche und scheinwissenschaftliche Rasseliteratur wie er es selbst bezeichnete, noch vollenden, bevor er die Feder für immer aus der Hand legen mußte. Seine letzten Worte wandten sich leidenschaftlich gegen die Scheinwissenschaft, deren unheilvolle Wirkung er noch mitansehen mußte. Wer nach der Lektüre dieses Grundbuches etwa das bereits eingangs skizzierte scheinapollinische „Buch" von Kynast liest, der hat zwei Musterbeispiele für Wissenschaft und Schemwissenschaft vor sich. Friedrich Merkenschlager: Zur Volks- und Rassenkunde des Spreewaldes. Albert Heine, Cottbus. 1931. Es wird eine vorläufige Mitteilung über Arbeiten gegeben, deren anthropologischer Teil gemeinsam mit Karl Salier durchgeführt wurde. In der Bronzezeit herrscht auch im Spreewald ein ausgesprochener Langschädeltyp. Mit dem Abzug der Elchzeit und dem Aufzug der Roggenzeit taucht der Heroen-Jägertyp im Volksgefüge unter, und eine neue Rasse steigt aus dem umgebrochenen Land herauf. Aus dem alten Jäger- und Heroenblut der „Elchzeit" und den Kollektivmenschen der neu heraufgekommenen „Roggenzeit" entsteht die preußische Legierung, die als höchsten Ausdruck den preußischen Staatsgedanken erzeugt. Der preußische Militarismus ist die vom germanischen Führertum zum Gleichschritt organisierte slavische Kollektivseele. Das Preußentum ist eine Synthese. Der starke wendische Einschlag des altpreußischen Volkes geht allen „Beschönigungsversuchen" zum Trotz aus den anthropologischen Erhebungen in eindringlicher Weise hervor. Julius Schaff er: Die Zerstörung des Volksgedankens durch den Rassenwahn. Berlin, Philoverlag, 1926, Heft 1 der Morgenreihe. Die Schrift ist vom Standpunkt des Philologen aus geschrieben. Die Argumentation ist wissenschaftlich. Es ist merkwürdig, daß der große Gedanke der Entwicklung in Philologen lebendiger sein kann als in einzelnen Scholastikern, welche Naturwissenschaft studiert haben. Die Grundgedanken der Schrift führen als Motto das große Bekenntnis Goethes: „Wir bekennen uns zu dem Geschlecht, das aus dem Dunkeln ins Helle strebt". Dieses bis in die tiefsten Gründe der Entwicklung klingende Bekenntnis des Größten, den die deutsche Rassensynthese gezeugt hat, ist in der Tat das schönste Begleitwort für alle Rassen, welche das deutsche Volk bilden. . Karl Jaspers, o. ö. Professor der Philosophie zu Heidelberg: Die geistige Situation der Zeit. Göschenband 1000. 1931. 1.80 Mk. Der iooo. Göschenband, der vielen Zeitgenossen die Situation blitzartig für Augenblicke erhellt, ohne jedoch die Wegziele aufzuzeigen, hat auch die 12 177