Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 8 (1932-1933)
- Issue
- Heft 3 (August 1932)
- Article
- Streifzüge durch die wissenschaftliche und scheinwissenschaftliche Rasseliteratur [Rezension]
- Date
- 1932-08-01
- Page
- 174 (sequence 12)
- Language
- German
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Friedrich Merkenschlager Salier, Volk und Rasse. Zwei Aufsätze, i. Rassenpolitik oder Volksgemeinschaft? 2. Aufgaben einer deutschen Bevölkerungspolitik und Rassenhygiene. Sonderdruck a. d. Hannoverschen Kurier, Druck: E>r. Walter Jänecke, Kdt-Ges. Hannover 1981. Eugen Fischer, Professor an der Universität Berlin, Direktor des Kaiser- Wilhelm-Instituts für Anthropologie, menschl. Erblehre und Eugenik, Dahlem: Deutsche Rassenkunde. Forschungen über Rassen und Stämme, Volkstum und Familien im deutschen Volk. Gustav Fischer, Jena. Die von Eugen Fischer angekündigte und in ihren ersten Bänden vorliegende Arbeitenfolge dient der wissenschaftlichen Wahrheit. Daß in einzelne Bände viel Volkskundliches hineingearbeitet wurde, hat hin und wieder Protest hervorgerufen. Und doch wird niemand bestreiten, daß Volkskunst, Volkssitte und Volksglaube die greifbarsten psychologischen Äußerungen der „Rasse" sind. In der populären Literatur hätten nicht so unwahre Rassenschilderungen entworfen werden können, wenn die wissenschaftliche Halbwelt, die dort den Ton angibt, inmitten von „Alpinen" oder „Wenden" Not und Leid hätte teilen müssen oder einen nächtlichen Brand oder Kriegsnot oder ein Eisenbahnunglück hätte miterleben müssen. Für die Grundlagen einer deutschen Rassenpsychologie gibt die Volkskunde das solideste Material, und deswegen ist es zu begreifen, daß in dem großen Sammelwerk „Deutsche Rassenkunde" auch die volkskundliche Seite zur Darstellung gelangt, namentlich wenn zum Ernst der Forschung unbestechlich die Liebe tritt, wie sie besonders bei Rieds „Miesbachern" (III. Band der Reihe) spürbar wird. Bd. I. Wilhelm Klenck und Walter Scheidt. Niedersächsische Bauern. I. Geestbauern im Elb-Weser-Mündungsgebiet (Börde Lamstedt). Gustav Fischer, Jena. 1929. Die Bauernschilderungen von Klenck und Scheidt sind gut und plastisch. Die schwierigen und umfangreichen mathematischen Seitendeckungen, welche Scheid' dem ersten Band einverleibte, hätten vielleicht in eine spezielle Fachzeitschrift gepaßt. Der erste Band der deutschen Rassenkunde zeigt, daß der Formenreichtum selbst dort dem Schema sich widersetzt, wo die landläufige Rassenlehre die größte Einheitlichkeit voraussetzt. 174