Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 8 (1932-1933)
- Issue
- Heft 3 (August 1932)
- Article
- Streifzüge durch die wissenschaftliche und scheinwissenschaftliche Rasseliteratur [Rezension]
- Date
- 1932-08-01
- Page
- 173 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2895450-2895507-2895511-2902397--05842-2902439- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Streifzüge durch die wissenschaftliche und scheinwissenschaftliche Rasseliteratur in wundervoller Plastik. Man meint im Atelier eines Bildhauers zu sein, so plastisch erscheinen die Formen. Das Buch ist das Hohelied der Deutschheit. Die Kulturlinien folgen den Zonen gesteigerten Blutaustausches zwischen deutschen Stammen und deutschen Formen. Die deutschen Genien sind die tiefst veranlagten, freilich auch in schwerstem Leid vollendeten Gestalten aus den blutbelebten Gefilden deutscher Landschaften. Die Sprache des Buches ist edel, die Bilder sind stark und ungeschmeichelt. Das Schönste aber ist die Liebe, welche der Verfasser seinen leidvollen Gestalten widmet. Friedrich Hertz: Rasse und Kultur. 3. Aufl. Wien 1925. Diese Rassenkunde ist geschichtlich orientiert. Das Fundament ist wissenschaftlich. Wer die Scheidung der Wissenschaft in „Geisteswissenschaft** und „Naturwissenschaft" anerkennt, der mag Hertz zu den Geisteswissenschaftlern rechnen. Ich stehe als Naturwissenschaftler nicht an, zu erklären, daß in dem großen Buch von Hertz kein Satz steht, den man unbiologisch nennen könnte, daß dagegen in vielen Büchern von Berufsbiologen ein erstaunlicher Mangel an biologischem Gefühl zum Vorschein kommt und in den eigentlichen Rassenbüchern die Regel ist. Der Hallenser Historiker Hertz und der Leipziger Historiker Walter Goetz sind die beiden Vorkämpfer für das Einheitsgefühl des Deutschen Volkes. (W. Goetz, siehe Archiv für Kulturgeschichte io,3i und 1932.) Das Buch „Rasse und Kultur" von Hertz ist ein notwendiges Rüstzeug im Kampfe gegen die Verderber des Vaterlandes. Karl Salier: Leitfaden der Anthropologie. Julius Springer, Berlin. 1930. Der Leitfaden erspart dem Anfänger nichts. Der Leser erhält nicht die behebte billige Abstempelung, die ihm erlauben würde, an den Grundfragen der Rasseforschung vorbeizugehen. Das Buch Sallers wendet sich nicht an die Wunschbilder der Menschen, sondern es gründet sich auf das Fundament der wissenschaftlichen Wahrheit In der biologischen Welt ist es im allgemeinen nicht notwendig, die wissenschaftliche Ehrlichkeit eines Forschers hervorzuheben; auf dem Gebiete der Rassenkunde aber fällt die Spreu so bergehoch an, daß man die Weizenkörner zählen muß, die im Dienste der Wahrheit reiften. Wer den fachlichen Ableitungen Sallers nicht zu folgen vermag, und ihnen dennoch folgen möchte, findet einzelne Abschnitte popularisiert in der Broschüre: Karl 173