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Der Morgen · 1932-08-01 · Heft 3 (August 1932) · p. 171

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
8 (1932-1933)
Issue
Heft 3 (August 1932)
Article
Streifzüge durch die wissenschaftliche und scheinwissenschaftliche Rasseliteratur [Rezension]
Date
1932-08-01
Page
171 (sequence 9)
Language
German
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Streifzüge durch die wissenschaftliche und scheinwissenschaftliche Rasseliteratur F. Kern: Stammbaum und Artbild der Deutschen. 305 S. 445 Abb. J. F. Lehmann Verlag, München. 1927. Dem Buch merkt man die Eile an, mit der es gegossen wurde. Vielerorts fühlt man die Sprünge und Risse im Guß, das Rohmaterial ist nicht solide. Die begeisterte Beschreibung des fälischen Menschen packt, das muß man ehrlich zugestehen. Das Werk wurde zuerst jubelnd von den „Rasseologen" begrüßt, weil man die ostisch verdächtigen Menschen wie Luther, Leibniz, Bismarck, Hindenburg, Beethoven, Kleist, Graf Zeppelin plötzlich für die „bessere" fälische Rasse retten konnte. Später, als man die maßlose Verwirrung im eigenen Lager sah, rückte man kalt ab. zumal man entdeckte, daß der Verfasser Juden und Germanen sehr verwandt sein läßt. Daß die nordische Rasse, deren Rückzugsgebiete heute in ausgesprochen maritimen Gebieten liegen und deren Wickingerhochzucht eine ganz ausgesprochene Küstenhochzucht war, plötzlich als Steppenhochzucht gedeutet wird, ist für den Biogeographen eine sehr fragwürdige Theorie. Der Verfasser ist Historiker. Die Beweisführung für die „Minderwertigkeit" der alpinen Rasse mit Hilfe französischer Karikaturen aus der Zeit der Greuelpropaganda muß befremden. Ein Buch, das der Verfasser fünf Jahre hätte liegen lassen und dann überarbeiten sollen I B. Springer: Die Blutmischung als Grundgesetz des Lebens. Berlin-Nikolassee. 1929. Der jüngst verstorbene Verfasser hat ein ungeheures Material für den Segen der Blutmischung zusammengetragen. Es fehlt aber die naturwissenschaftliche Grundlage. Es muß doch eine Differenzierung und Spezialisierung von Formen vorausgehen, bevor die Natur „mischen" kann. Man merkt in diesem Buch auf Schritt und Tritt die mangelhafte biologische Kritik. Am besten gelungen sind die kurzen Biographien großer Männer. Hier gewinnt man so recht Einblick in den ungeheuerlichen Prozeß der Volkwerdung, und hier ist das Werk auch unangreifbar, weil es biographische Tatsachen bringt. J. V. Jensen: Stadien des Geistes. Fischer, Berlin. 1930. Wenn ein echter Dichter eine Rassenschau durch die Jahrtausende gibt, so entsteht ein gewaltiges Epos. Jensen, ein Däne, der vom Vater her germa-i nische, von der Mutter her wendische Erblinien in sich vereinigt, hat die Augen offen gehalten für Formen und Strukturen. Die Beschreibung des nordischen Menschen erhebt sich bei Jensen zu voller Würde, ja zur Monumentalität. Der Dichter will nirgends beweisen, er schildert seine Visionen und schildert sie MX

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