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Der Morgen · 1932-08-01 · Heft 3 (August 1932) · p. 170

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
8 (1932-1933)
Issue
Heft 3 (August 1932)
Article
Streifzüge durch die wissenschaftliche und scheinwissenschaftliche Rasseliteratur [Rezension]
Date
1932-08-01
Page
170 (sequence 8)
Language
German
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Friedrich Merkenschlager Herrengefühle gefördert. Das ist eine schlechte Bilanz. Der Bankrott wird furchtbar sein. K. F. Wolff: Rassenlehre. Mannusbibliothek, Leipzig 1927. Das Werk ist zu unrecht von der Kritik zerzaust worden. In seinem Drang nach Wahrhaftigkeit steht es weit, weit über der marktgängigen Rasseliteratur. Hier spricht einer, der weiß, was gespielt wird- Ursprünglich Alldeutscher, sieht er nach der sinnlosen Gefährdung des Volksgedankens durch scheinwissenschaftliche Bücher neue Ziele und neue Aufgaben für das Deutschtum. Nur wenige haben den Leidensweg des besorgten Patrioten erkannt; die meisten rissen die Sätze aus dem Zusammenhang und bogen sie um. Der Kampf gegen K. F. Wolff ist unrühmlich geführt worden. Aber die Grundgedanken, die K. F. Wolff zur Diskussion gab, nämlich daß jede Menschengruppe einen Bewegungstyp (Langschädel) und Beharrungstyp (Rundschädel) habe, gingen unvermerkt in die gegnerische Literatur über. Die gewagten Sätze ließ man zurück. Das Werk enthält in der Tat Spekulationen, die man nicht unterschreiben möchte, aber überall spürt man den Drang zur Wahrheil. Ist das nicht die Hauptsache? Herman Wirth: Aufgang der Menschheit. Verlag Eugen Diederichs, Jena. 1929. 40 Mk. Obwohl in dem großen Buch Herman Wirths kaum ein Satz wissenschaftlich bewiesen ist und obwohl sich Trugschluß auf Trugschluß häuft, gehört der „Aufgang der Menschheit" doch nicht in die Rubrik Schein Wissenschaft. Herman Wirths Art ist unbedingt ehrlich. Es wird viel phantasiert, viel kombiniert, aber nichts umgebogen. Während Günthers „Rassenlehre" die Zerstörung des Deutschtums bedeuten müßte, will Herman Wirth das Germanentum auflösen und das Ideal seiner Rasse um einige Jahrtausende zurückverlegen. Das erregte den Unwillen von Fachwissenschaftlern, die ohne mit der Wimper zu zucken, der Zerstörung des deutschen Volksgefühls durch die Günthersche Rassenlehre ihren Lauf ließen, nun aber, da sie ihre Illusionen angegriffen sahen, sich zu einer Kollektivstreitschrift gegen Herman Wirth zusammenfanden. Dieser Kollektivschritt beansprucht erhebliches wissenschaftliches Interesse, darüber hinaus kommt ihm aber auch ein gewisses psychologisches Interesse zu. (Herman Wirth und die deutsche Wissenschaft. J. F. Lehmanns Verlag, München, io,3i.) 170

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