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Der Morgen · 1932-08-01 · Heft 3 (August 1932) · p. 167

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
8 (1932-1933)
Issue
Heft 3 (August 1932)
Article
Streifzüge durch die wissenschaftliche und scheinwissenschaftliche Rasseliteratur [Rezension]
Date
1932-08-01
Page
167 (sequence 5)
Language
German
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Streifzüge durch die wissenschaftliche und scheinwissenschaftliche Rasseliteratur Die tollsten Widersprüche werden nicht mehr gesehen; es ist die Auswegillusion einer durch die Entwicklung überholten Welt, die sich hier peinlich für andere und doch biologisch gesetzmäßig für solche Konstitutionen Luft macht. Der Verfasser ist der Herausgeber der Rassenzeitschrift „Die Sonne", in der eine bemitleidenswerte Gruppe von Menschen schreibt, die sich gegenseitig anhimmeln und dadurch zu erhöhen trachten, daß sie andere für minderwertig erklären. „Es ist nicht ostbaltische Art, anständig zu leben und zu sterben" heißt es in einer der letzten Nummern dieser „Zeitschrift" in einem Aufsatz über den ostpreußischen Menschenschlag (1982, Heft 5 u. 6). Die „Sonne" des Herrn Hanno Konopacki-Konopath hat keine Leuchtkraft, sie stellt wohl die dunkelste Phase der ganzen deutschen Kulturgeschichte dar, trotzdem, oder eben weil, einige Universitätsprofessoren an dieser Finsternis teilnehmen. P. Schultze-Naumburg: Kunst und Rasse. 158 Abb., geh. 7.50 Mk. J. F. Lehmann Verlag, München. 1928. Die Anschauungen des Verfassers sind durch dessen Vorträge in deutschen Städten großen Kreisen bekannt gemacht worden. Die Ablehnung war weithin spürbar. Der Expressionismus ist nicht etwa eine Reaktion auf die Fortschritte photographischer Technik gewesen, sondern eine Äußerung des aufziehenden Niederrassentums. Rembrandt muß folgerichtig von Schultze-Naumburg als fremd empfunden werden, nachdem er posthum ihm plötzlich als „ostischer" Künstler vorgestellt wurde, und man kann das Mitleid nachfühlen, das Paul Renner in seinem Buch „Kulturbolschewismus?" (Eugen Rentsch Verlag 1932) mit Schultze-Naumburg empfindet, „der in seinen alten Tagen das Unglück hatte, die Rassenbücher Günthers zu lesen". R. Walter Darre: Das Bauerntum als Lebensquell der nordischen Rasse. J. F. Lehmann Verlag, München. Geh. 18 Mk. Ein unkritisches Aneinanderfügen von gelesenen Bruchstücken. Die Geschichte des Ackerbaus, welche doch die Grundlage des Themas abgeben soll, ist ganz schlecht weggekommen. Das Wesen des Urackerbauern ist schlecht nachgefühlt. Von der ungeheuren Revolution, die das Erscheinen des von der alpinen Rasse gebrachten Ackerbaus in die mesolithische (mittelsteinzeitliche) Welt brachte, ist kein Hauch auf dieses Buch gekommen. Ein guter Wille, ein hoffnungsvoller Fleiß erlitt hier allzufrüh den Beifall von Menschen, 167

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