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Der Morgen · 1932-08-01 · Heft 3 (August 1932) · p. 166

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
8 (1932-1933)
Issue
Heft 3 (August 1932)
Article
Streifzüge durch die wissenschaftliche und scheinwissenschaftliche Rasseliteratur [Rezension]
Date
1932-08-01
Page
166 (sequence 4)
Language
German
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Friedrich Merkenschlager heidnischer Bevölkerungheraus gefunden hat, auf das Gemeindechristentum. Man packe also die Leute am Korpsgeist, am Gemeindebewußtsein, an der Dorf ehre; es ging auch bei den Papuas gegen Brauch und Herkunft, aber es ging." Ein flaches und niedrig geborenes Manuskript hat hier seine Setzer finden müssen. Ein Hirte, dem die Rasse seiner Herde nicht gefällt, übt hier eine schauerliche Seelsorge. Karl Kynast: Apollon und Dionysos. Eine rassenkundliche Untersuchung. J. F. Lehmann Verlag, München. 1927. 118 S. 4 Bildtafeln. Die Griechen hatten eine „nordische" Oberschicht. Das war die apollonische Schicht. Die Unterschicht und Volksschicht war pelasgisch. Der Fratzengott Dionysos ist deren untermenschliche Schöpfung. In diese hölzernen Thesen hinein wird nun eine Mischung von Haß, Theatralik, rhetorisches Blendwerk gegossen, daß man erstaunt vor diesem Kunterbunt steht. Da „Nietzsche vor dem Barbarengott Dionysos in die Knie sank, gehören seine letzten Inrstinkte Asien. Er ist in mannigfacher Hinsicht der hervorstechendste Vertreter jenes Europäuertums, das darauf abzielt, Europa zu zerstören." Nachdem der Koloß Nietzsche mit seinem wendischen Namen gestürzt ist, wird vom Verfasser der ausgesprochene Keltendeutsche Johann Wolfgang von Goethe, dessen Schädelform bekanntlich alpin war, zum apollonischen Abbild der (bekanntlich langschädeligen) vergötterten nordischen Rasse erhoben. Nachdem diese Metamorphose vollzogen ist, fliegen die Späne. Die Walpurgisnächte in deutschen Landen sind als „Bestandstücke der Religion der Niederrassigen" übrig geblieben. Die Walburgen dürften auf Wendelberg (Wenden) hinweisen und sind „Rückstände aus dem Hexenaberglauben, dem namentlich blonde Frauen zum Opfer fielen". „Der jüdische Geldgeist, zusammen mit dem ostrassischen Materialismus, hat das deutsche Wesen verseucht. Das Wort Liebe hat einen widerlichen Geruch angenommen. Pärchen sieht man zu Abertausenden, aber wie oft sieht man noch Paare?" Hanno Konopacki-Konopath: Ist Rasse Schicksal? 20 S. mit 28 Abb. Geh. 1 Mk. J. F. Lehmann Verlag, München. Es handelt sich um einen komisch-tragischen Akt der Selbstbespiegelung. Eitel und kritiklos, unbedeutend und demnach aufgeblasen, lächerlich belehrend und wichtigtuerisch, wirkt hier jeder Satz und jedes Bild. Es ist interessant, wie sich in einzelnen Gehirnen die „Rassenlehre" ins Manische steigert und jede Hemmungsvorstellung, jedes Bedenken, jede kritische Regung beiseite stößt. 166

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