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Der Morgen · 1932-08-01 · Heft 3 (August 1932) · p. 164

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
8 (1932-1933)
Issue
Heft 3 (August 1932)
Article
Streifzüge durch die wissenschaftliche und scheinwissenschaftliche Rasseliteratur [Rezension]
Date
1932-08-01
Page
164 (sequence 2)
Language
German
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Friedrich Merkenschlager zu den herrschenden Rassenlehren, welche allem naturkundlichen Wissen zuwiderliefen. Aufgewachsen in einer Landschaft, die das mittelalterliche Nürnberg, den wahrsten Ausdruck der mittelalterlichen deutschen Kultur, mit ihrem Blute speiste, einer Landschaft, die stark wendische und auch alpine Grundelemente verarbeiten mußte und zu geschichtlichem Glanz verarbeitet hat, habe ich die Fadenscheinigkeit der Rassenschablonen nicht übersehen können- Abgestoßen davon, in Liebe den Gestalten und den bewegenden Kräften meiner Heimat verbunden, habe ich die Dinge bei ihrem rechten Namen genannt. So stand ich, nur von der Liebe zur Heimat, zur Gerechtigkeit, zur Wahrheit und zum großen deutschen Vaterland geleitet, plötzlich in einem Hagel von Mißdeutung, Mißgunst, Niedertracht und dann wieder im Vakuum eisiger, schweigender Antipathie. Ich will nicht reden von der Flut anonymer Zudringlichkeiten, von den zugeschickten Predigten „arischer" Propheten, obwohl ich von Haus aus nicht zu den Abgebrühten gehöre. Verbundenheit mit Vaterhaus und Heimat ist nicht das Kennzeichen von Kaltblütlern. Ich will nicht reden! von dem Licht, in dem ich die verantwortliche Anthropologie in jenen Jahren sah und sehen mußte. Aber ich stand, von Biologie und volkskundlicher Arbeit herkommend, plötzlich auf anthropologischem Felde. „Propheten" schickten mir mit nicht mißzuverstehender Geste ihre anthropologischen Visionen, echte Wissenschaftler schickten mir ohne viel Begleitworte Wehr und Waffen, und so geriet ich zwischen die Unkräuter und Feldfrüchte der rassenkundlichen Äcker. Ich habe mir über dieses Feld ein Bild machen müssen, ich habe die albernsten Dinge lesen müssen, und ich habe mich nach einem Halt an solidem anthropologischem Material umschauen müssen. Ich habe die Dinge tief erleben müssen und kenne demnach die rassenkundliche Konstellation. Es ist zunächst notwendig, den Weg über die Tummelplätze des Kurpfuschertums zu machen, weil diese ungleich mehr Schaden anrichten als die ernste Wissenschaft gut machen kann. I. Die Sdieinwissensdhaft und das Kurpfusdhertum O. Hauser: Rassebilder. Verlag Georg Westermann. 1925. 7 Mk. 160 Abb. 268 S. Der Verfasser kennt die Begriffe Gattung, Art und Rasse nicht. Er gibt eine widerwärtige zoologische Einleitung, die von naturwissenschaftlichen Fehlern strotzt. Dann kommen die Diagnosen in hellseherischer Schlagfertigkeit. Es 164

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