Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 8 (1932-1933)
- Issue
- Heft 3 (August 1932)
- Article
- Streifzüge durch die wissenschaftliche und scheinwissenschaftliche Rasseliteratur [Rezension]
- Date
- 1932-08-01
- Page
- 163 (sequence 1)
- Language
- German
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Streifzüge durch die wissenschaftliche und sdieinwissenschaftlidie Rasseliteratur Von Friedridh Merkenscblager Wie der wahre Arzt die Wege des Kurpfuschers kennen muß, so muß der Biologe und Volkshygieniker heute von den Tummelplätzen der landläufigen Rassenlehren wissen. Es geht nicht an, diese Tummelplätze zu meiden aus Furcht, an wissenschaftlichem Ruf zu verlieren. Wer mit wissenschaftlicher Sauberkeit diese Tummelplätze aufsucht, dem gellt freilich das Geschrei des Jahrmarktes um die Ohren, aber an wissenschaftlicher Selbstachtung verliert er auf diesem gefährlichen Boden nicht. Es bleibt ein berufliches Risiko, weil gerade diejenigen verantwortlichen Kreise, die dem Kurpfuschertum nirgends einen Riegel vorschoben, mißgünstig mit dem Finger auf den deuten, der den Gang in die Niederungen wagt. Es ist eine bequeme Sache, das Odium dieser Gegend zu meiden. Es ist ein Risiko, über Irrwege in dieser Gegend zu referieren, weil es schwankender Boden ist, den man betritt. Es ist leichter, Sympathie von ferne bei steter Rückzugsbereitschaft ohne Bekennermut zu üben und Antipathie mit der kalten Methode des Totschweigens auszudrücken, als sich aufzumachen, hinzugehen und die Dinge beim Namen zu nennen. Dadurch, daß ich von früher Jugend auf an Naturbeobachtung die größte Freude hatte, daß ich vom Käfer- und Pflanzensammeln allmählich zu einer' Betrachtung der Lebensgemeinschaften der Heimat gelangte und schließlich die naturkundlichen Grundlagen der heimatlichen Landschaft zusammenfassend beschreiben konnte, (F. Merkenschlager, Aus der Keuperbucht, Geschichte eines fränkischen Dorfes, Nürnberg 1928) gelangte ich frühzeitig in Widerspruch 163 11*