Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 8 (1932-1933)
- Issue
- Heft 1 (April 1932)
- Article
- Was kommt danach?
- Date
- 1932-04-01
- Page
- 8 (sequence 5)
- Language
- German
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Hans Bach keiten dem deutschen Arbeiter gegenüber, der als Glied des Volksganzen theoretisch verherrlicht, praktisch als „international" und „marxistisch verseucht" mit Terror bedroht wird. In dieser Frage scheidet sich aber der Nationalismus am deutlichsten von einem Konservatismus, der politisch noch wenig in Erscheinung tritt, gedanklich aber schon jetzt dem Nationalismus die konstruktiven Stützen liefert, ohne die das System völlig in sich zusammenbrechen würde. Es ist entscheidend, die beiden ganz verschiedenartigen und auch von verschiedenen Schichten getragenen Bewegungen auseinanderzuhalten, auch wenn sie jetzt noch in vielen Linien gleichlaufen und in der gleichen Partei vertreten sind. Die eigentlich nationalistischen Führer stehen in enger Fühlung mit industriellen und großagrarischen Interessen und werden schwerlich gleichzeitig den mittelständischen und kleinbäuerlichen Massen, aus denen ihre Gefolgschaft besteht, alle Wünsche erfüllen können; die Konservativen dagegen, aus jüngeren Altersstufen und soziologisch aus bildungsfesteren Bürger- und Beamtenschichten bestehend, heute vielfach in Bünden zusammengeschlossen, werden sich nicht dazu verstehen, „irgendeinem monarchistischen oder großkapitalistischen oder kleinbürgerlichen Karren als Vorspann zu dienen". Sie sind selbstverständlicher (und deshalb nicht so laut) national, häufig aus guter Kenntnis des Auslandsdeutschtums und erarbeiteter Tradition, die ihnen auch ungleich festere Wurzeln gibt. Vor allem ist ihnen ein echt sozialer Sinn gemeinsam und die Erkenntnis., daß es nicht gilt, die deutsche Arbeiterschaft durch halbanarchistischen Terror zu unterdrücken, sondern in das Volksganze wirklich einzugliedern. Dieser Erkenntnis kommt heute in der Jungarbeiterschaft schon eine Richtung entgegen, did sich weniger gegen den Besitz selbst als gegen die „soziologische Herrschbedeutung" des Besitzes wendet und damit selbst eine Eingliederung vollzieht. Während also die Nationalsozialisten mehr oder weniger den Vorkriegsstaat mit oder ohne monarchische Spitze wiederherstellen wollen, schwebt den Konservativen ein demokratisches Staatswesen vor, wenn auch in einer sehr veränderten Bedeutung dieses Wortes. Nach der allzu rationalen Mißachtung traditionaler Werte durch den heutigen Staat werden diese nun überbetont, und als das einzig Wertvolle, ja Reale erscheint die Kategorie, die organische Ordnung, deren Oberbegriff — das Volk — allem einzelnen überhaupt erst Wert verleiht: „Frei ist der Mensch, wenn er in seinem Volk frei ist und dieses in seinem Raum". So fügt sich der konservative Staat organisch aus organischen, aber nicht gleichmäßig, sondern stufenweise übergeordneten Gliedern zusammen. 8