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Der Morgen · 1931-12-01 · Heft 5 (Dezember 1931) · p. 394

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Journal
Der Morgen
Volume
7 (1931-1932)
Issue
Heft 5 (Dezember 1931)
Article
Der König
Date
1931-12-01
Page
394 (sequence 5)
Language
German
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Martin Buber Auch der vielerörterten Bezeichnung Zebaoth empfiehlt es sich von hier aus nachzuforschen. Wenn man hiefür nicht, wie es gewöhnlich geschieht, vom Propheten, sondern vom Geschichtsschreiber ausgeht, ergibt sich eine beachtenswerte Statistik. Zieht man von den fünfzehn Stellen die drei ab, an denen von Elias und Elisas Gotteskämpfertum geredet wird, und die eine aus Jesaias gotteskämpferischer Botschaft an Sanherib (mit der Masora nach dem jesaianischen Text ergänzt), so bleiben vier aus der Geschichte der samuelischen Krisis — davon zwei aus der Geburtsgeschichte Samuels, von der noch zu zeigen sein wird, daß sie mit der Königsfrage wesentlich zu tun hat — und sieben aus der Geschichte der davidischen Frühzeit, und zwar ausschließlich solche, die mit dem Auftrag Gottes an David, also mit der theopolitischen Bedeutung des Königtums zusammenhängen. Es geht hier also überall, mittelbar oder unmittelbar, um den Begriff des seinen menschlichen Statthalter ermächtigenden Melechgottes. Aber man darf wohl noch weiter ausgreifen. Wenn es auch an sich unmöglich sein mag zu entscheiden, ob in der Zebaoth-Vorstellung die irdischen oder die himmlischen „Scharen" das ursprüngliche Element sind, so erscheint mir doch in dem eigentümlichen Wortgebilde „JHWH Zebaoth", gleichviel ob es als primär oder als Kürzung von JHWH elohe zebaoth, JHWH Gott der Scharen, angesehen wird (5), das erste als wirksam. Da der Plural zebaoth sich nicht wie der singularisierte Plural elohim (6) dazu hergibt, als Apposition verstanden zu werden, und da er, wie schon z. B. aus Jes. i3, 4 „JHWH der Scharen ordnet die Kampf schar selbst" deutlich hervorgeht, nicht zu einem das Pluralische verdeckenden Namen erstarrt war, müssen wir an eine als solche empfundene Genitivkonstruktion denken (7). Was für einen Sinn kann die aber etwa für Jesaia gehabt haben? Solange wir an der reinen Namenhaftigkeit von JHWH festhalten, gewinnen wir der Konstruktion keinen ab. Aber Stellen wie Arnos 5, 8 und 9, 6, Jes. 42, 8, Jer. 16, 21 und 33, 2, auch Ex. i5, 3 werden (wie sich jedem ergibt, der an ihnen für JHWH versuchsweise einen beliebigen Götternamen, Indra oder Enlil, Zeus oder Odin einsetzt) absurd, wenn wir an der reinen Namenhaftigkeit von JHWH festhalten; sie werden „erst sinnvoll, wenn man irgendwie, ganz einerlei wie: ob mit ,Herr', ob mit ,Ewiger' oder sonst wie, den Namen als Bedeutungsträger wiedergibt" (8). Aber welcher Bedeutung Träger konnte der Name für einen Menschen des biblischen Israel — jedenfalls solange er ausgesprochen werden durfte — sein? Keiner andern als der im Dornbuschgespräch erschlossenen: Der da ist, Der gegenwärtig ist. So allein erklärt sich auch jene zumeist mißverstandene 394

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