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Der Morgen · 1931-12-01 · Heft 5 (Dezember 1931) · p. 395

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Journal
Der Morgen
Volume
7 (1931-1932)
Issue
Heft 5 (Dezember 1931)
Article
Der König
Date
1931-12-01
Page
395 (sequence 6)
Language
German
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Der König deuterojesaianische Stelle (52,6): „Darum soll mein Volk / meinen. Namen erkennen, darum, an jenem Tag-, / daß ich's bin, der redet: / Da bin ich." Und so ebenfalls erklärt sich, unsere Genitivkonstruktion. JHWH Zebaoth heißt: Der für seine Scharen — also doch wohl für Israel — der JHWH, der bei ihnen Seiende ist, der ihnen gegenwärtig Bleibende, der Führer, der Melech. An der ersten Stelle des Kanons, wo von JHWH als „dem König" schlechthin geredet wird, Jes. 6, 5, nennt der Prophet ihn JHWH Zebaoth; und wer immer das „apokalyptische" 24. Jesaia-Kapitel verfaßt hat, er ist der jesaianischen Überlieferung treu geblieben, wenn er ausruft: „JHWH der Scharen tritt die Königschaft an / auf dem Berge Zion und in Jerusalem!" Und wenn der Psalmist (24, 10) die Tore, doch wohl eher die der Burgstadt als die des Himmels, ihre Kapitäle erheben heißt, damit JHWH Zebaoth als „der König der Mächtig-- keit" (9) einziehe, so ist auch nicht zu vergessen, daß ein anderer, in seinem Kernbau wohl salomonischer Psalm, der 68., die von Gott in die Flucht geschlagenen Fürsten der Völker malke zebaoth nennt: im Verhältnis zur „Schar" bedeutet melech auch in der Königszeit noch den Führer. (Schon deshalb geht es nicht an, von JHWH als von einem Gott zu reden, „der nach dem Bilde des allmächtigen orientalischen Großkönigs aufgefaßt wurde" [10]. Auch noch zu einer Zeit, die seine schrankenlose Macht zu verkündigen weiß, bleibt er in seinem Handeln'als Melech dem babylonischen Herrscher durchaus unähnlich; er verleugnet auch dann den Stammesführer nicht.) Den aus dem brennenden Dornbusch zu ihm Redenden, der ihn mit der unerhörten Aufgabe nach Ägypten sendet, fragt der widerstrebende Mose (Ex. 3, 13): „Da komme ich denn zu den Söhnen Israels, / ich sage ihnen: Der Gott eurer Vater schickt mich zu euch, / sie werden mir sagen: Was ist's um seinen Namen? — / was sage ich ihnen dann?" Es ist mit Recht angenommen worden, daß bei der Frage „Was ist's um seinen Namen?" (11) an den primitiven Namenglauben zu denken ist: „man war damals überzeugt, durch die Kenntnis des Namens den Gott in seiner Gewalt zu haben" (Gunkel). Hinzuzufügen ist, daß der Namenglaube bei keinem Volk des Altertums so mächtig war wie eben in Ägypten, wo man durch Kenntnis eines verborgenen Gottesnamens selber ein Gott werden konnte. Mose nimmt nicht an, das Volk werde ihn, wenn er den Gott der Väter als seinen Auftraggeber nennt, fragen: „Wie heißt er denn?" (12) Ein solcher Widersinn ist bei keinem Volk der Welt denkbar, geschweige bei einem, dessen Überlieferungsbewußtsein der Verfasser des Dornbuschgesprächs gewiß nicht angezweifelt hat(f3): und wenn 395

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