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Der Morgen · 1931-12-01 · Heft 5 (Dezember 1931) · p. 387

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
7 (1931-1932)
Issue
Heft 5 (Dezember 1931)
Article
Aus den Legenden zur Schriftvorlesung am Chanukkahfest
Date
1931-12-01
Page
387 (sequence 1)
Language
German
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Aus den Legenden zur Sdiriftvorlesung am Chanukkahfest Mitgeteilt von Max Dienemann Zur Einführung. In der Auswahl der für die Chanukkah-Tage zur Vorlesung bestimmten Schriftstellen aus der Thora und den Propheten tritt deutlich Absicht und Zielsetzung der Menschen zutage, die die Liturgie der Synagoge geschaffen haben. Man hätte in den fünf Büchern Mose manches Stück wählen können, das von Befreiungskämpfen Israels handelte. Statt dessen sonderte man aus der ganzen Kette der damaligen Geschehnisse nur die Reinigung und Wiedereinweihung des durch das aufgestellte Zeusbild entweihten Tempels aus und bestimmte als Schriftvorlesung die Bibelstelle, die von der Einweihung des Stiftszeltes in der Wüste durch Mose handelt, 4- B. Mose, Kap. 7. Sie ist farblos, erzählt nur von den Opfern, die die 12 Stammesfürsten dargebracht haben. Man merkt an der Auswahl gerade dieses Stückes deutlich die Absicht, das Kriegerisch-Kämpferische der Chanukkahgeschichte in den Hintergrund zu rücken und ihren Sinn vor allem darin erblicken zu lassen, daß der Tempel auf Zion wieder die Erde mit der Majestät des einig-einzigen Gottes erfüllen solle. Davon erzählt auch die erste Legende, die hier wiedergegeben wird. Man hat außerdem noch zur Prophetenvorlesung am Sabbath des Chanukkahfestes ein Kapitel bestimmt, in dem diese Ablehnung des Machtgedankens mit besonderer Schärfe zum Ausdruck kommt: Secharjah Kap. 2, 17—4,7- Diese Vorlesung beginnt mit dem Verse: „Still alles Fleisch vor Gott, wenn er sich erhebt von seiner heiligen Wohnung!" Und sie gipfelt in dem berühmten Satze, der alles auf Kriegskraft Pochende zurückweist: „Nicht durch Heeresmacht und nicht durch Kraft, sondern nur durch meinen 387

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