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Der Morgen · 1930-04-01 · Heft 1 (April 1930) · p. 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
6 (1930-1931)
Issue
Heft 1 (April 1930)
Article
Parapsychologische Hypothesen
Date
1930-04-01
Page
14 (sequence 4)
Language
German
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Hans Driesch um seine paranormalen Vermögen äußern zu können (s. o.), könnte der Leib des Agenten als das „psychometrische Objekt" angesehen werden. Man sieht, unter wie vielen verschiedenen Umständen sich Gedankenlesen verwirklichen kann; daß sich die Umstandsverschiedenheiten der vier von uns aufgezählten Gruppen von Differenzen nun noch frei miteinander kombinieren können, braucht wohl nicht besonders gesagt zu werden. Der eine Metagnom funktioniert etwa unter dieser Umstandskombination: „gleicher Raum, Trance, Unfähigkeit radikal Vergessenes zu lesen, kein Objekt nötig", der andere unter jener: „beliebige Entfernung, Trance, liest alles, Objekt nötig" usw. usw. — Was das Hellsehen angeht, so sind, da hier nur ein Mensch, der Metagnom, in Frage kommt, alle die „Umstände" angehenden Dinge wesentlich einfacher: Der Metagnom kann in Trance sein oder nicht, er braucht ein psychometrisches Objekt oder nicht, und das Hellsehen kann, wie schon gesagt, sich auf die Gegenwart („räumliches Hellsehen") oder auf die Vergangenheit oder auf die Zukunft beziehen („zeitliches Hellsehen", im letzten Falle „Prophetie"). 2. Die Formen der „Hypothese". Eine Hypothese ist ein Gedankengebilde, welches ersonnen ist, um neu entdeckte Tatsachen zu „erklären". „Erklärung" kann nun von zweierlei Art sein: .' Die eine Hypothesenart „erklärt" die neue Tatsache weg, indem sie zeigt, daß es sich gar nicht um eine im tieferen Sinne „neue" Tatsache handelt, sondern, streng logisch gesprochen, nur um einen neuen „Fall" innerhalb einer schon bekannten „Klasse" von Tatsachen, der zwar auf den ersten Blick neu erschien, sich aber bei näherem Zusehen ohne weiteres in Bekanntes auflöst. Von solchen Hypothesen sagt man, daß sie das neu Gefundene durch eine causa vera erklaren, d. h. es zurückfuhren auf etwas, was man schon kennt. So erklärt Newton die Bewegung des Mondes durch eine causa vera, indem er sie zurückführte auf die bekannten Gesetze der Zentrifugalbewegung und des freien Falles: Die Bewegung des Mondes ist gar nichts Besonderes! In demselben Sinne ist durch Maxwell die Optik als besonderer „Fall" der Auswirkung der Gesetze der Elektrodynamik nachgewiesen: Optik ist im allerletzten Sinne gar kein besonderes Gebiet der Physik mehr. Aber ein solches „weg-erklären" gelingt nicht immer, unseres Er- 14

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