Mannheim
Compact Memory

Der Morgen · 1930-04-01 · Heft 1 (April 1930) · p. 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
6 (1930-1931)
Issue
Heft 1 (April 1930)
Article
Parapsychologische Hypothesen
Date
1930-04-01
Page
13 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2895450-2895491-2895493-2900465--04166-2900518
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Parapsychologische Hypothesen sein gleichsam beleuchtet Der Perzipient ist bei echter Telepathie stets ausgesprochen passiv: er „empfängt" scMechthin, sei es in Form einer bloßen Ahnung, einer Halluzination, eines Traumbildes usw. Verschiedenheiten bestehen also sowohl bezüglich der Art und Weise des Sendens wie der Form des Empfangens, verschiedene Umstände also innerhalb eines und desselben Gebietes, eben der Telepathie, für die nur die strikte Passivität des Empfängers das Grundkennzeichen ist Beim sogenannten Gedankenlesen oder, nach Lehmann, „Gedankenabzapfen" ist der Empfänger aktiv, er „will" empfangen. Passiv ist der Geber, falls er nicht, in Expeximen'alfällen, dem Empfänger bewußt aktiv, d. h. senden „wollend", entgegenkommt, wodurch sich Telepathie und Gedankenlesen vereinigen würden. Sehr wichtig ist gerade angesichts des Gedankenlesens die große Variationsbreite der Umstände, unter denen es geschehen kann, und diese Variationsmöglichkeiten genau zu kennen ist hier von Bedeutung für die künftige kritische Würdigung der parapsychischen Hypothesen: Erstens: Der Agent muß in manchen Fällen mit dem Perzipienten, also dem Metagnomen, im selben abgeschlossenen Raum sein, ihn wohl gar berühren, in anderen Fällen braucht er es nicht Zweitens: Der Metagnom, also der Perzipient, muß in manchen Fällen, um sein Vermögen äußern zu können, im Zustand des sogenannten „Trane e", einem somnambulen, hypnoseartigen Zustand, sein; in anderen braucht er es nicht Drittens: Der Metagnom, also der Perzipient, „liest" bisweilen nur das, an was der Agent jeweils bewußt denkt, was ihm also aktuell bewußt ist; bisweilen liest er auch, was der Agent „vergessen" hat, an das er sich aber nachträglich zu „erinnern" vermag, und in noch anderen Fällen wird radikal Vergessenes, nicht mehr der normalen mnemischen Reproduktion Zugängliches gelesen, was aber, wie dann andere sagen, der Agent sicherlich einmal gewußt hat, und was auch in tiefen Hypnosen aus ihm herauszuholen ist Viertens: Manche Metagnomen lesen ganz frei, andere müssen ein „Objekt" in Händen haben und lesen dann die Gedanken dessen, dem das Objekt gehörte., mag er anwesend sein oder nicht Das ist die rätselhafte sogenannte „Psychometrie" — (ein sehr schlechter, aber einmal eingebürgerter Name). In Fällen, wo der Metagnom dem Agenten nahe sein, ihn wohl gar berühren muß, 13

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.