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Der Morgen · 1929-12-01 · Heft 5 (Dezember 1929) · p. 519

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Journal
Der Morgen
Volume
5 (1929-1930)
Issue
Heft 5 (Dezember 1929)
Article
Juden und Araber in Palästina
Date
1929-12-01
Page
519 (sequence 44)
Language
German
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Alfred Wiener: Juden und Araber in Palästina Geldstrafe büßen. Übrigens wurden einige Male arabische Zeitungen verwarnt oder verboten (Näheres in: „Jüdische Rundschau", Nummern nach den Unruhen). In der folgenden Probe aus der gleichen Zeitung (vom 2 4- September 1929) sind die indirekten Wirkungen solcher Ausführungen zu beachten: „. . . England sollte uns offen sagen: dieses Land ist nicht für euch, überlaßt es den Juden freiwillig oder gezwungen. Da könnten wir unsere Kräfte schätzen. Wären wir für des Land geeignet, so blieben wir in unserem Land gegen den Willen der Regierung und der Juden. Wären wir das nicht, so verließen wir das Land, seine Eroberer betrauend, undwir hätten gesagt: Los! Wandern! Los! Wandern! Denn das ist besser für uns, als in einem Land" zu leben, in dem wir mit Beleidigung, Tyrannei und Tod bedroht sind. Jedoch nein! das Land ist unser. Wir verlassen unser Land nicht, denn die alten Generationen haben uns das Land mit seinen Heiligtümern als vertrautes Gut übergeben. Den kommenden Geschlechtern werden wir alles übergeben, wie es ist. Wir verlassen unser Land nicht, dessen Scholle mit dem Blute unserer Ahnen getränkt wurde. Wir lassen es nicht als eine kalte Beute für die Fremden. Ja, eher verlassen es die Fremden, und wir bleiben seine Verteidiger bis Gott will." Die Wirkungen auf die mohammedanische Welt. Als im Herbst 191/1 die Türkei an der Seite der Mittelmächte in den Wellkrieg eintrat, rechnete mancher Politiker mit dem Ausbruch des „Heiligen Krieges", des Aufstandes aller Mohammedaner gegen die der Türkei feindlich gesinnten europäischen Regierungen. Trotz ausgedehnter literarischer Bearbeitung und anderer Schritte war der Erfolg der Ausrufung des „Heiligen Krieges" mehr als dürftig. Abgesehen von äußeren Schwierigkeiten zeigte sich die innere Verbundenheit der islamischen Völker gering. Seit Kriegsende sind ziwar gewisse Annäherungen zwischen einzelnen Gruppen (Syrer und Palästiner) bemerkbar, aber sie verdichteten sich nicht allzu sehr. Es war z. B. erstaunlich, wie wenig sich die führenden arabischen Kreise Ägyptens noch bis vor kurzem um die Geschicke Palästinas kümmerten. Die arabische Presse Ägyptens veröffentlichte wohl dann und wann eine Nachricht über Palästina. Eine wirkliche Erregung räch nur der führenden Schichten war aber schwerlich festzustellen. Die jüngsten Ereignisse haben nun, zum großen Schaden des Zionismus, diese oberflächliche Teilnahme Ägyptens und anderer Länder mit mohammedanischen Majoritäten oder Minoritäten in wärmste Sympathie mit den vermeintlich religiös bedrohten Glaubensbrüdern im Heiligen Lande und in deutlichste Antipathie gegenüber den angeblich angreifenden Zionisten, ja, gegen die Juden überhaupt gewandelt. Es ist tatsächlich so etwas wie eine panislamische Front gegen den Zionismus entstanden, mindestens eine Front 518

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