Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 5 (1929-1930)
- Issue
- Heft 5 (Dezember 1929)
- Article
- Juden und Araber in Palästina
- Date
- 1929-12-01
- Page
- 489 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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Alfred Wiener: Juden und Araber in Palästina Die englische Regierung und die Palästinaregierung mußten sich darauf beschränken, den Wortführern der arabischen Bevölkerung, die gegen die Balfourdeklaration sofort nach Kriegsende und bis heute heftig und anhaltend aufbegehrten, immer wieder in dieser oder jener Form darzulegen^ daß zwar die Balfourerklärung weiterhin die Grundlage für das Verhalten der Mandatarmacht darstelle, daß aber die politischen und religiösen Rechte der Araber dadurch in nichts eingeengt seien. Wörtlich sagt das Churchill-Weißbuch von 1922 (Correspondence with the Palestine Arab Delegation and the Zionist Organisation. Cmd. 1700. London 1922. S. 18): . . . „Unauthorised statemenls have been madc to the cffect that. the purpose in view is to create a wholly Jewish Palestine. Phrases have been used such as that Palestine is lo become 'as Jewish as England is English'. His Majesty's Government regards any such expeclation as impracticable and have no such aim in view. Nor have they at any time contemplated, as appears to be feared by the Arab Delegation, the disappearance or the Subordination of the Arabic population, language or culture in Palestine. They would draw attention to the fact, that the terms of the Deklaration referred to do not contemplate, that Palestine as a whole should be converted into a Jewish National Home, but that such a Home should be founded in Palestine. ... When it is asked what is meant by the development of the Jewish National Home in Palestine, it may be answered that it is not the imposition of a Jewish nationality upon the inhabitants of Palestine as a whole . . . ." Die Hauptarbeit aber, die Arbeit sozusagen von Mensch zu Mensch, eine Verständigung mit den Arabern herbeizuführen, lag bei der Zionistischen Exekutive, lag bei jedem jüdischen Einwohner. Die Regierung hatte mit ihrer Erklärung und deren Deutung nur den Rahmen für das Gemälde geliefert, dem jüdisch-zionistischen Palästina und seinen Organisationen lag es ob, Strich für Strich in mühseliger Kleinarbeit und in großen Zügen, je nach Erfordernis, das Bild fertigzustellen. Was ist nach dieser Richtung geschehen? Mit welchem Erfolge wurde gearbeitet? Warum ist die Verständigung gescheitert? Ist sie vielleicht gar nicht möglich? Die Stellung zu den Arabern von HerzI bis Weizmann. Bekannt ist, daß Theodor Herzl in seinen Schriften und Reden die arabische Frage hier und da nur flüchtig streift, daß sie in seinem „Judenstaat" gar nicht behandelt wird. In einer Auseinandersetzung mit Leroy- Beaulieu über den „Judenstaat" beantwortet er dessen Frage, was „mit den jetzigen Bewohnern Palästinas, mit den Muselmanen und Christen geschehen solle", etwas leichthin und allzu kurz: „Die wären nach unserer Ansicht am besten daran, weil sie Arbeit, Verkehr und Kultur in ihr armes verkarstetes1 4S8