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Der Morgen · 1929-12-01 · Heft 5 (Dezember 1929) · p. 488

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Journal
Der Morgen
Volume
5 (1929-1930)
Issue
Heft 5 (Dezember 1929)
Article
Juden und Araber in Palästina
Date
1929-12-01
Page
488 (sequence 13)
Language
German
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II. Die Beziehungen zwischen Juden und Arabern ,,. . . es ist unmöglich, daß zwei Völker in einem Lande in diesem Grad der Fremdheit nebeneinander leben..-. Aus diesem Verhältnis entsteht die Atmosphäre von Mißtrauen und Furcht. Furcht, Furcht ist das entscheidende Element dieses Zusammenlebens. So wie unter den Juden oft aus geringfügigen, harmlosen Anlässen eine Panik entsteht, so wie die Juden sich oft ausgeliefert fühlen, nach Waffen und Selbstschutz rufen usw. — genau so ja noch viel mehr fühlen sich die Araber bedroht. Sie haben Angst vor den Juden, und Angst ist ein schlechter Berater. Und wenn der Moment des Losschlagens kommt, dann ist der von Angst Besessene zu allem fähig. Und darum ist die Versäumnis auf jüdischer Seite so groß. Man hat, unbekümmert um diese vor einem stehende Elementarkraft, so gehandelt, als ob man allein wäre oder als ob die innerzionistischen Konflikte das wichtigste wären. Wenn z. B. durch die arabischen Viertel Jerusalems uniformierte jüdische Jugend mit jüdischen Fahnen marschiert, sich an der Klagemauer, unmittelbar am Rande des Tempelplatzes, wo Araber aus den Dörfern versammelt sind, postiert, dann wissen zwar wir Juden., daß das harmlose Soldatenspielerei und im Grunde ein innerzionistisches Manöver ist, aber" die Araber können das nicht wissen, zumal wenn eine gewisse Presse monatelang die Militärmusik dazu macht. . . ." IL Die Beziehungen zwischen Juden und Arabern A. Die Juden „Die organische Lösung des Araberproblems ist der Prüfstein auf die praktischen Möglichkeiten des Zionismus und auf seine sittlichen Antriebe. Mit ihr fällt und mit ihr steht der Zionismus, der mehr sein will als das Programm einiger Kolonisationsvereine." (Eugen Höf lieh, „Die Pforte des Ostens", S. 70.) Mit Recht wird von zionistischer Seite immer wieder beton i, wie unerhört neu und einzigartig in der Weltgeschichte „die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk" sei. Mindestens ebenso interessant sind aber die Begleitumstände. Balfour schickt Lord Rothschild seine berühmte Erklärung am 2. November 1917, zu einer Zeit also, wo noch keineswegs feststand, ob die Engländer die Herren von Palästina und überhaupt die Sieger im Weltkriege sein werden. England verfügt über ein Land, das vor rund i3oo Jahren von einem anderen Volke, dem arabischen, mit dem Schwert erobert worden ist und heute noch von diesem Volke bewohnt wird. England bestimmt, daß in dieses Land ein Volk einziehen soll, das dieses Land, seine Urheimat, vor rund 1800 Jahren aufgeben mußte, und das durch seine Entwicklung in den verschiedenen Ländern den Charakter eines Volkes oder einer Nation verloren hat Lange Zeit hindurch wohnten in Palästina nur unbedeutende Reste, zeitweilig sogar keine Angehörigen des jüdischen Volkes. Erst vor rund 5o Jahren begannen tastende Versuche einer bescheidenen Siedlungsarbeit 487

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