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Der Morgen · 1929-08-01 · Heft 3 (August 1929) · p. 284

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Journal
Der Morgen
Volume
5 (1929-1930)
Issue
Heft 3 (August 1929)
Article
Internationale jüdische Frauenarbeit
Date
1929-08-01
Page
284 (sequence 5)
Language
German
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Hannah Karminski Anteilnahme an der allgemeinen Frauenbewegung. — Umformung der veralteten Methoden jüdisch-charitativer Arbeit in moderne Wohlfahrtspflege. — Verstärkte Hinwendung zu den Fragen der jüdischen Gemeinschaft. Auch für die Wiener Weltkonferenz, die wie die diesjährige in Hamburg, auf Initiative von Rebekah Kohut-New York zurückzuführen war, hatte der deutsche Jüdische Frauenbund Leitsätze für einen Internationalen Jüdischen Frauenbund vorbereitet: „Ein internationaler jüdischer Frauenbund soll dem Gesamtwohl des Judentums dienen. Er hat den Zweck, die Jüdinnen der ganzen Welt unter dem Gedanken der Solidarität zu vereinen, ohne die nationalen Gefühle der Einzelnen und ihre' praktische Betätigung1 in ihren Heimatländern berühren zu wollen. Der internationale jüdische Frauenbund soll dazu dienen, nationale Differenzen auszugleichen auf der Basis der jüdisch-sittlichen Weltmission. Er soll das Wissen um das Leben der Juden in den anderen Ländern vermehren. Verständnis für die Kultur der Juden in der Welt schaffen, die Gegensätze der Juden untereinander vermindern und die Leiden der Juden in der Welt lindern. Seine Aufgaben sollen bestehen in: 1. Stärkung der Bekenntnistreue zum Judentum. (Religiöse Erziehung, Pflege des Gottesdienstes und der häuslichen Feste, Verbreitung der Kenntnisse des Hebräischen; Bekämpfung der Taufe, Mischehe und des Antisemitismus.) 2. Durchführung der allgemeinen Frauenforderungen innerhalb des Judentums. (Gleiche Moral für Mann und Frau, Bekämpfung der Prostitution, gleiche Ausbildungsmöglichkeilen; gleicher Lohn bei gleicher Leistung, Gemeindewahlrecht, gleichberechtigte Mitwirkung der Frauen in den Gemeinden und allen jüdischen Körperschaften.) 3. Erziehung zum Judentum. (Pflege des jüdischen Familienlebens, Erziehung der Jugend zur Selbstverantwortung und Verantwortung der Allgemeinheit gegenüber, sowie zu einer bescheidenen und kultivierten Lebensführung; Gewöhnung zu produktiver Arbeit, Erziehung zur Mutterschaft. 4. Soziale Fürsorge für die Juden. (Bekämpfung der Volkskrankheiten, Bekämpfung des Mädchenhandels; Emigrationsfürsorge und Imigration; internationaler Frauen-, Kinder- und Mädchenschulz; Schutz des unehelichen Kindes; Pflege der Heim- und Wohnungskultur. Förderung der Kulturaufgaben in Palästina und in den Ländern der Judennot. Austausch von Erfahrungen auf dem Gebiet der sozialen Arbeit.)" Sehr deutlich wird durch einen Vergleich dieser Leitsätze mit denen, die seinerzeit in Rom zugrunde lagen, die Entwicklung zu einem internationaljüdischen Bewußtsein, zu einem Erkennen, der nur auf internationaler Basis zu erfüllenden gemeinsamen jüdischen Aufgaben. Dieses Wort ist zunächst sehr real und praktisch zu verstehen. Ganz neue soziale Aufgaben internationaler Art hatten Kriegs- und Nachkriegsjahre gerade den jüdischen Frauen 284

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