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Der Morgen · 1929-08-01 · Heft 3 (August 1929) · p. 283

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Journal
Der Morgen
Volume
5 (1929-1930)
Issue
Heft 3 (August 1929)
Article
Internationale jüdische Frauenarbeit
Date
1929-08-01
Page
283 (sequence 4)
Language
German
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Internationale jüdische Frauenarbeit Jahre io,i4 schildern diese Konferenz als lebhafte Aussprache über Thesen, die Bertha Pappenheim als Richtlinien für den zu gründenden Internationalen Jüdischen Frauenbund vorschlug. Diese Thesen lauten: 1. Die in Rom versammelten jüdischen Frauen erkennen die Notwendigkeit eines internationalen Zusammenschlusses zur Erhöhung des Gefühles der Solidarität und der Verantwortlichkeit untereinander ohne eine Trennung von der interkonfessionellen, nationalen und internationalen Arbeit herbeiführen zu wollen. 2. Der J.J.F.B, will die dem großen allgemeinen Fraueninteresse fernstehenden jüdischen Frauen der resp. Länder aufwecken, aneifern um fähig und reif zu werden, sich an den allgemeinen Interessen zu beteiligen, jedoch ohne ihre Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft zu verschleiern oder aufzugeben. 3. Der J.J.F.B, erstrebt die Veränderungen des charitativen Wohltuns in rationelle, soziale Hilfsarbeit, Gleichstellung der Frauen innerhalb der Gemeinde, Eintreten der Frauen in alle jene Organisationen, die für die Interessen von Frauen und Kindern arbeiten. 4- Der J.J.F.B, soll dahin wirken, die Zerrissenheit und die Spaltungen innerhalb des Judentums zu mildern und zu überbrücken und diejenigen Aufgaben zu betonen, die durch friedliches Zusammenstehen der Stärkung nach innen und außen dienen. 5. Der J. J.F.B, soll ein größeres Verständnis verbreiten für die religiösen und sozialen Bedürfnisse derjenigen Juden, die an der Tradition festhalten und der Jugend und der künftigen Generation Respekt vor den ethischen und historischen Werten des Judentums vermitteln, auch für diejenigen, die die Ritualgesetze nicht als bindend anerkennen. 6- Der J.J.F.B, soll sich in jedem Lande an den bestehenden Bestrebungen zur Bekämpfung des Antisemitismus beteiligen und in Ländern, in denen nach dieser Richtung noch nicht gearbeitet wird, diese Arbeit aufnehmen. 7. Der J.J.F.B, bekämpft die Tendenz zur Taufe aus Gründen der Opportunität. 8. Der J.J.F.B, tritt ein: für die Erziehung der Jugend und Selbsterziehung zum bescheidenen aber aufrechten Anfügen in die jeweiligen nationalen Anforderungen. 9. Der J.J.F.B, soll Anteil nehmen an dem praktischen Mädchen-, Frauen- und Kinderschulz, an allen hygienischen Maßnahmen unter den Juden, wie die Bekämpfung der Tuberkulose, des Trachoms usw. 10. Der J. J. F. B. soll aufnehmen das Studium des Judenelendes. 11. Der J.J.F.B, soll eintreten für die Bekämpfung der doppelten Moral. 12. Der J«J.F.B, soll eintreten für gleiche Bewertung der Arbeit der Frau (Arbeilerinnen, Lehrerinnen, Beamtinnen usw.). Diese Leitsätze konnten — abgesehen von dem Appell zur Solidarität über Landesgrenzen hinweg — den jüdischen Frauen verbänden jedes Landes als Programm dienen. Deutlich spiegelt sich in ihnen der Versuch wider, die Erfahrungen und Bestrebungen des unter seiner hervorragenden Führerin zu großer Blüte gelangten Jüdischen Frauenbundes in Deutschland, auch anderen Ländern nutzbar zu machen: 283

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