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Der Morgen · 1929-06-01 · Heft 2 (Juni 1929) · p. 191

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Journal
Der Morgen
Volume
5 (1929-1930)
Issue
Heft 2 (Juni 1929)
Article
Grundsätzliches zur Forschung über das Alte Testament
Date
1929-06-01
Page
191 (sequence 19)
Language
German
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Grundsätzliches zur Forschung über das Alte Testament in mehreren Briefen an den Pharao verteidigt und um Truppen gegen die Nomadenschwärme der Habiri bittet. Was diese Habiri sind, ist trotz scharfsinniger Vermutungen1) nicht geklärt. Aber geklärt ist, daß weder Name noch Ursprung der heiligen Stadt mit den Hebräern, Israeliten oder Juden etwas zu tun haben. Die weiteren hieher gehörigen zahlreichen Keilschrift-Funde, die die Berichte und Urkunden des Alten Testaments von der Gegenseite her stützen und ergänzen, besonders die Texte von Boghazköj (im nördlichen Kappadokien), der Stätte der alten Hethiterhauptstadt, ferner die assyrischen Königsinschriften von uoo—600 v. Chr., sind oft beschrieben und gewürdigt worden. Die stilistische Studie über die vorderasiatischen Königs- und Fürsteninschriften im Eucharisterion (Festgabe für Gunkel, S. 2 78 ff.) von Sigmund Mowinckel, dem wir auch die besten Arbeiten über die Psalmen in den letzten Jahrzehnten verdanken, ist charakteristischerweise eine Vorarbeit zu einer stilistischen Untersuchung der Denkschrift des jüdischen Statthalters Nehemia, die nach Stil und Art der vorderasiatischen Königsinschriften verfaßt ist.2) Auf die Sagenvergleichung, die assyrisch-babylonischen Parallelen zu den biblischen Urgeschichten (Schöpfung und Paradies — Die Flutsage — Das Gilgamesch-Epos — Die Geburtslegende Sargons — Etanas Himmelfahrt) kann hier nicht eingegangen werden; das wesentliche Material ist mustergültig von Ebeling in der schon erwähnten Greßmannschen großen Sammlung „Altorientalische Texte und Bilder zum Alten Testament" ausgebreitet. Bei der Erörterung der religionsgeschichtlichen Problematik wird darauf zurückzukommen sein. Zuletzt hat der Leipziger Assyriologe Zimmern (in der Phil.-hist. Klasse der Sächsischen Akademie der Wissenschaften am i5. Dezember 1928) die wichtigsten babylonischen Mythen behandelt, die mit den Vorstellungen über Leiden, Tod, Auferstehung zusammenhängen, und die hethitischen, jüdischchristlichen und griechischen Parallelen gezogen. Näher muß hier dagegen über die jüngsten programmatischen Ausführungen Benno Landsbergers, des be- *) Literatur bei Hommel, Ethnologie und Geographie des Alten Orients, S. 181 Fußnote 1 und S. 571 Fußnote 4; beste Darstellung des Problems bei Julius Lewy, Habiru und Hebräer in der Oriental. Lit. Ztg. Bd. 3o (1927; Sp. 738 ff. u. 825 ff.); sehr angreifbar die neueste Behandlung der Frage bei Eduard Meyer (Geschichte des Altertums 2. Bd. 1. Teil, a." Aufl. 1928, S. 342 ff.) in dem Abschnitt „Eindringen der semitischen Nomadenstämme ins Kulturland. Aramäer und Israeliten." 2) Wie alttestamentliche Quellen und Keilschrifttexte, die ein und dasselbe Ereignis enthalten, methodisch-kritisch zu behandeln sind, zeigt die Abhandlung von Julius Lewy, Sanhcrib und Hizkia in der Orient. Lit. Ztg. Bd. 3i (1928; Sp. iöoff.). 191

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