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Der Morgen · 1929-06-01 · Heft 2 (Juni 1929) · p. 171

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Journal
Der Morgen
Volume
5 (1929-1930)
Issue
Heft 2 (Juni 1929)
Article
Das römische Weltreich als überrassische Schöpfung
Date
1929-06-01
Page
171 (sequence 13)
Language
German
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Das römische Weltreich als überrassische Schöpfung duldet, so hätten sie auf viele ihrer größten Geister verzichten müssen: Horaz, einer der größten dichterischen Gestalter römischen Wesens, war seiner Abstammung nach Orientale; die Kaiser Hadrian und Trajan, von denen die schon auseinanderstrebenden Kräfte des Imperiums wieder machtvoll zusammengefaßt wurden, stammten aus dem rassefremden Spanien. Ich nenne von den vielen nur folgende fremdstämmige Beherrscher des Imperiums: Septimus Severus und Caracalla waren panische Afrikaner; daß ein Philippus Arabs keinen Tropfen nordischen Blutes in sich trug, beweist schon sein Name, und Diokletian, der nach den Stürmen des dritten Jahrhunderts den Neubau des Reichs vollendete, stammte aus dem Balkan. Wer weiß, ob es zur Zeit dieser rassefremden Imperatoren „reinere Römer" gab, die fähig genug gewesen wären, deren historische Mission zu erfüllen; vielleicht wäre das römische Reich Jahrhunderte früher auseinandergeborsten, wenn es nicht in diesen Führerpersönlichkeiten die Geisteskraft fremder Rassen in seinen Dienst gezogen hätte. Und im vierten Jahrhundert, nicht allzu lange bevor es von den Stürmen der Völkerwanderung heimgesucht wurde, erstarkte das Imperium noch einmal dadurch, daß Konstantin die geistige Macht in seinen Dienst zog, die, dem fremden semitischen Geisteskreis entsprossen; immer mächtiger in den Provinzen des Reichs ihr Haupt erhob: Das Christentum. In diesem Bunde mit dem Christentum empfing der Prozeß der Aneignung fremden Geistes seine Vollendung und Krönung. „Das Ende Roms", so lehrt das nordische Rassendogma, „ist gekennzeichnet durch den Mangel überragender Menschen: das Nordblut ist zum größten Teil versiegt... Das entartende Rom ist schon lange nicht mehr das nordische Rom, das ein Weltreich gegründet hatte" (Günther a. .a. 0. S. 297/98). Aber der entscheidende Fehler in diesem weitverbreiteten Satz liegt eben darin, daß die Gründung des römischen Weltreiches keineswegs das ausschließliche Werk der nordischen Rasse ist. Der Weg, der von der sumpfumgebenen Bauernsiedlung auf dem palatinischen Berg zur weltherrschenden Größe führte, wurde vielmehr gerade dadurch gebahnt, daß das Römertum seit der Ankunft etruskischer Siedler immer von neuem fremden Geist und fremdes Blut in sich aufnahm und zu schöpferischer und beherrschender Synthesis mit den eigenen Kräften führte. Denn soviel muß diese kurze Wanderung durch die römische Geschichte doch deutlich gemacht haben: Die geistigen Kräfte einer Einzelrasse, mochte sie noch so reich an Gaben sein, konnte nicht genügen, um ein geistiges 17t i

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