Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 5 (1929-1930)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1929)
- Article
- Das römische Weltreich als überrassische Schöpfung
- Date
- 1929-06-01
- Page
- 172 (sequence 14)
- Language
- German
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Hennann Funke: Das römische Weltreich als überrassische Schöpfung und machtpolitisches Gebilde wie das römische Imperium zu schaffen und zu erhalten. Sondern auf der synthetischen Kraft des Römertums beruht das Geheimnis der römischen Größe, auf der Fähigkeit, die fruchtbaren Kräfte der verschiedenen Rassen mit den eigenen Erbanlagen zu einer geschlossenen Einheit zusammenzufassen, die deshalb stärker war als die ganze Menschheit, weil sie deren edelste Kräfte gleichsam zusammengezogen in sich barg. Und daß der spätere Verfall der römischen Macht in dem „Versiegen des Nordbluts" seinen entscheidenden Grund finde, widerspricht geradezu den elementarsten historischen Tatsachen. Nicht nur Nachkommen der Sklaven aus fernsten Erdgebieten1) waren es, die zur Zeit des Zusammenbruches das römische Reich bevölkerten, sondern in viel größerer Zahl noch nordrassische germanische Söldner. Ja, kaum jemals während seiner ganzen Geschichte war das römische Imperium so reich an nordischem Blut gewesen, wie gerade zur Zeit seines Zusammenbruches. Aber von der Einzelrasse her sind eben große geschichtliche Veränderungen, wie das Ende des Römerreichs, schlechterdings nicht zu fassen. Ganz andere, überrassische Kräfte sind hier am Werk. Auf einer geheimnisvollen, aus allen Zonen der Erde sammelnden und lesenden Kraft, die sich näherer Deutung entzieht, nicht auf der Rassengleichheit, ruht die Geschlossenheit, das lebendige Wachstum und die Stärke eines Volkstums. Und wenn diese zusammenhaltende Energie erlischt, dann gehen alle jene geistigen Kräfte, die ein großes Reich in seinen Bann gezogen hatte, neue Bindungen ein, neue Völker und Staaten entstehen. Aber über dieses Blühen und Vergehen hat eine Einzelrasse noch niemals entschieden; immer beruht es auf dem glücklichen Zusammenwirken vieler, die dem Blute nach verschiedenen Ursprungs sind, aber eins in ihrem Streben. i) Vgl. Günther, a. a. O., S. 297. X72