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Der Morgen · 1929-04-01 · Heft 1 (April 1929) · p. 71

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
5 (1929-1930)
Issue
Heft 1 (April 1929)
Article
Der Schwiegervater des Moses
Date
1929-04-01
Page
71 (sequence 7)
Language
German
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Der Schwiegervater des Moses seine Schwester zu verheiraten. Er ist der bekannteste von den Brüdern, die jjin heißen, und er hat dieses Beiwort in der Bibel am häufigsten. Wohl mag Jethro und Jether dieselbe Person sein, die übrigen aber, die so genannt werden, sind Zipporahs Brüder und haben diese Bezeichnung, weil sie eben ihre Schwester verheiratet haben. Der Schwiegervater des Moses aber war Reuel. An keiner Stelle wird einer der „Schwäher" Genannten als Vater der Zipporah bezeichnet Dagegen wird Num. 10, 29 Chobab, der Sohn Reueis, der ntPÖ Jfltt genannt Entgegen der Massora wollen deshalb einige bibelkritische Kommentatoren 8tatt lesen (vgl. Bänsch, Num. z. St und Dillmann, Num. z. St.). Dieser behauptet z. B. S. i4, ein Verfasser könne unmöglich Exod. 2, 18 und 3, 1 geschrieben haben, weil er sich in beiden Fällen völlig mißverständlich ausgedrückt hätte; auch Ri. 4» 11 will er ffin statt Jfln lesen. ffN"! aber auf Reuel zu beziehen, liegt kein Grund vor. Es ist merkwürdig, daß in den biblischen Geschichtsbüchern noch immer zu Unrecht Jethro als der Schwiegervater des Moses bezeichnet wird. In der biblischen Zeit kannte man wohl den Begriff des Schwiegers, aber es mußte nicht der Vater, sondern konnte auch der Bruder der Frau sein. Wir müssen eben das Wort ffitt anders übersetzen; denn sein Stamm bedeutet nur das Verschwägertsein. So wird II. Kön. 8, 2 7 (vielmehr der stat constr. in Verbindung mit Familie gebraucht; hier kann nur übersetzt werden: „Denn er war mit dem Hause Ahabs verschwägert". Ferner wird im Hebräischen der Schwiegervater direkt mit einem anderen Worte an bezeichnet; allerdings wird auch der Schwiegervater fnn genannt, weil er ja nie ganz ausgeschaltet ist, weder Bethuel, noch Lsmfrel, noch Reuel, auf die allerdings diese Bezeichnung nie angewandt wird (vgl. die obigen Ausführungen über die Stelle Num. 10, 29). Er spielt, wo die Metrarchie herrscht, eine untergeordnete Rolle bei der Verheiratung der Töchter. Wenn Laban beide Töchter an Jakob verheiratet, während hier die Brüder ganz zurücktreten, so haben sich hier eben schon die patriarchalischen Verhältnisse durchgesetzt. Es mag auch darauf hingewiesen werden, daß Laban nach dem biblischen Bericht in Monogamie lebte; in solchem Falle verheiratet der Vater selbst die Töchter, weil er ja das Haupt einer Familie ist. In der späteren Zeit wurde die Monogamie immer mehr die Regel, die Polygamie dagegen die Ausnahme, ebenso wie in der Neuzeit im Orient auch schon vor der Reform der 71

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