Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 5 (1929-1930)
- Issue
- Heft 1 (April 1929)
- Article
- Der Schwiegervater des Moses
- Date
- 1929-04-01
- Page
- 68 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2895450-2895483-2895485-2899578--03440-2899687- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
A. Kahlberg Weibe erbittet, konnte Sajomo Verdacht hegen, er könnte den Thron an sich reißen (i. Kön. 2, 16 ff.). Erst das spätere Gesetz, als man auf dem Boden des Patriarchats steht, verbietet derartige Verbindungen, es bestätigt also indirekt das frühere Bestehen des Matriarchats. 6. Man hat ferner das Wort „Familie" nfiÖÜÖ auf nnatP Magd zurückführen wollen und daraus geschlossen, daß die Familie ursprüngiieh matriarchalisch organisiert war. Dieser Begriff der Familie ist weiter als der der Familie in unserem Sinn, aber enger als der des Stammes, der sich aus mehreren Geschlechtern zusammensetzt (vgl. Genes. 12, 4; 45, 10 und 19 und 46, 5). 7. Man hat auch vermutet, daß der Totemisinus mit dem Matriarchat zusammenhängt. Man versteht darunter die Ansicht, daß die durch mütterliche Verwandtschaft zusammengehaltenen Stämme als Abkömmlinge eines Tieres, Gestirns o. ä. gelten. Robertson weist darauf hin, daß die Stammesmütter Tiernamen haben, Rahel heißt Mutterschaf, Lea soll Wildkuh bedeuten: Auch das Verbot, bestimmte Tiere zu essen, soll auf Totemismus zurückzuführen sein. Aber da dieses Verbot sich ja nicht auf alle Tiere erstreckt, während die Namen der Heroenmütter ursprünglich Individualbezeichnungen sind, ist die totemistische Erklärung in keinem Fall die einzig mögliche und wird deshalb auch von Nöldecke entschieden zurückgewiesen. Die Tiernamen sind wohl den Kindern aus dem Wunsche heraus beigelegt worden, daß die Kinder besondere Eigenschaften der Tiere haben möchten, aber als Totemismus ist dies keineswegs zu bezeichnen. Wir finden jedenfalls, wie gesagt, in der Bibel Spuren beider Verhältnisse, des Patriarchats und des Mutterrechts. Von den oben erwähnten Punkten führt auch Aptowitzer S. 208 ff. mehrere an, vor allen Dingen die Benennung nach den Müttern und die Heirat mit der Halbschwester väterlicherseits. Außerdem bemerkt er noch, daß bei mehreren Personen ihre Verwandtschaft nach der Mutterseite hin verfolgt wird. Dabei scheint mir nur das Beispiel von Mordechai, der aus Benjamin stammte und als J'hudi bezeichnet wird, nicht zwingend; denn seit dem babylonischen Exil versteht man doch unter dem Namen ,m!T> auch heute überhaupt, einen Juden, einen Bewohner Judäas. Dieses Land umfaßte seit der Teilung des Reiches die beiden Stämme Juda und Benjamin, die dem Hause Davids verblieben waren. Gerade im Buch Esther heißt es stets: „Die Juden Q^TUTn«" Jedenfalls zeigt auch seine Abhandlung, 6S