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Der Morgen · 1929-04-01 · Heft 1 (April 1929) · p. 62

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
5 (1929-1930)
Issue
Heft 1 (April 1929)
Article
Rasse, Leistung und Schicksal in Sparta
Date
1929-04-01
Page
62 (sequence 7)
Language
German
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Hermann Funke lands, oder Lagerstaat, wie es bei Isokrates heißt, die führende griechische Macht. Jetzt stellte sich das aufblühende Athen an seine Seite. Denn die Athener waren es, die den größten Anteil am siegreichen Perserkrieg beanspruchen konnten, nicht die Spartaner. Bei den Kämpfen in Griechenland selbst hatte Sparta das seinige getan, aber den Griechen in Kleinasien, die nach den Siegen des Mutterlandes endgültig das persische Joch abschütteln wollten, mußten sie ihre Hilfe versagen. Wie konnten sie sich auf überseeische Unternehmungen einlassen, sie, die alle ihre militärischen Kräfte anspannen mußten, um in der engsten Heimat den Zustand zu erhalten, den sie wünschten? Statt den Joniern Truppen zu senden, muteten sie ihnen zu, ihre kleinasiatische Heimat zu verlassen und sich im Mutterlande anzusiedeln. Nun fiel es Athen nicht schwer, die Jonier, die diese Antwort auf ihr Hilfegesuch empörte, für sich zu gewinnen, und sie, die Athener, wurden dann gebeten, an Stelle der Spartaner im Bunde, den man zum Kampf gegen die Perser schloß, die Führung zu übernehmen. Das Jahr 478, in dem dies geschah, bedeutete den Beginn einer Entwicklung, die für Sparta schließlich mit dem völligen Verlust seiner griechischen Großmachtstellung endete. Und schon jetzt war Sparta zum mindesten nicht mehr die alleinige Vormacht Griechenlands. Hätten die Spartiaten jetzt den stammesfremden Heloten das Bürgerrecht gegeben, d.h. hätten sie sich mit deren riesigen Scharen zu einem überrassischen Gemeinwesen von Gleichberechtigten zusammengeschlossen, dann wäre es ihnen noch möglich gewesen, sich in ihrer Führerstellung zu erhalten. Wenn man aufhörte mit dem Widersinn, der darin lag, daß die militärische Kraft des Staates zum größten Teil in unfruchtbarer Polizeiarbeit erschöpft wurde — dann konnte man auch die Heloten selbstdem Staatdienstbarmachen und sie bewaffnen, ohne Frucht, daß die Waffe, kaum ergriffen, sich gegen den Bedrücker wenden würde. Und gerade zu der Zeit, als zwischen Athen und Sparta der Kampf um die griechische Hegemonie begann, um das Jahr 470, sah in der Tat ein spartanischer Führer die Notwendigkeit einer Helotenbefreiung, so, wie in Preußen der Freiherr von Stein in entscheidender Schicksalsstunde die Leibeigenschaft aufhob, um alle Volkskräfte zu wecken und dem Staat in neuen Bürgern neue Kräfte zu gewinnen. Es war Pausanias, der Sieger von Platää, der diese entscheidende Maßnahme plante. Aber er verkannte seine Landsleute. Man brachte noch immer lieber selbst das letzte Opfer dar: das an politischer 62

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