Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 5 (1929-1930)
- Issue
- Heft 1 (April 1929)
- Article
- Rasse, Leistung und Schicksal in Sparta
- Date
- 1929-04-01
- Page
- 58 (sequence 3)
- Language
- German
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Hermann Funke Für eine solche Untersuchung geeignet ist vor allem die Geschichte der Spartaner: Das griechische Volk, wie wir es in der klassischen Zeit vorfinden, entstand bekanntlich aus einer Vermischung der Ureinwohner „kleinasiatischer" Rasse1) mit nordischen Eroberern. Etwa 2000 vor Christus begannen diese Einwanderungen nordischer Stamme, die das spätere Rassenbild Griechenlands bestimmten; rund tausend Jahre später fanden sie mit der „Dorischen Wanderung" ihren Abschluß. Stämme der Dorier — sie gaben dieser „Dorischen Wanderung" ihren Namen — eroberten damals den Peloponnes, und zu diesen nordischen Doriern gehören die Spartaner. Von dem eroberten Gebiet fiel ihnen die Ebene zwischen Taygetos- und Parnongebirge zu, im Südosten der Halbinsel gelegen. Die bisherigen Bewohner, auf die sie damals stießen, die Achäer, waren eine Verschmelzung von Kleinasiaten und den nordischen Stämmen, die frühere Wanderungen herbeigeführt hatten. Wie gestaltete sich nun das Verhältnis der nordischen Spartaner zu den Achäern, die also nicht reinrassig waren? Soweit sie auf dem Lande lebten, mußten sie als Hörige das Land, das die Eroberer unter sich aufgeteilt hatten, bebauen, mit Frau und Kind an die Scholle gebunden; einen festen Teil vom Ertrage erhielten die Grundherrn. Die Achäer in den Städten waren wirtschaftlich in besserer Lage als diese „Heloten", sie behielten ihre persönliche Freiheit, aber — und das grenzt sie ebenso wie die Heloten scharf von den Spartanern ab — sie waren ohne alle politischen Rechte. Die Spartiaten selbst lebten, in der wirtschaftlichen Unabhängigkeit des Edelmanns (da die umwohnenden Heloten ihnen den Unterhalt schafften) in der Stadt Sparta beisammen. Unter einander führten sie den Gedanken der vollkommenen Gleichberechtigung durch, aber ebenso streng schlössen sie sich ab von den andern: Kein Fremder konnte in diese Gemeinschaft aufgenommen werden. Man mußte, als Nachkomme jener dorischen Einwanderer und als Erbe eines der von ihnen verteilten Landlose, hineingeboren sein. So wurden im spartanischen Staat streng wie kaum irgendwo Herr-!) Die Existenz einer solchen Basse bewies Felix von Luschan. 58