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Der Morgen · 1929-04-01 · Heft 1 (April 1929) · p. 57

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
5 (1929-1930)
Issue
Heft 1 (April 1929)
Article
Rasse, Leistung und Schicksal in Sparta
Date
1929-04-01
Page
57 (sequence 2)
Language
German
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Hermann Funke: Rasse, Leistung und Schicksal in Sparta die siegten, welche an die Stelle der Frage, ob fremdrassig oder nicht, ob Herr oder Sklave, ob Sieger oder Unterworfener, die Frage setzten nach dem Willen und der Fähigkeit jedes Einzelnen, am Staate mitzuarbeiten. Und wir fügten hinzu, daß der Sieg derer, die der Brauchbarkeit für die Arbeit am Gemeinwesen größeres Gewicht beilegten als der Abstammung, notwendige Voraussetzung war für die Größe Roms. * * * Ganz anders die Verfechter des „nordischen Gedankens": Die nordische Rasse sei allen andern Rassen weit überlegen an Gaben des Geistes und des Körpers. Darum können nordische Menschen bei der Blutmischung mit andersrassigen immer nur verlieren, nie gewinnen (d. h. sie können dabei nur zur „Entstaltung", nie zur „Wesensgestalt" gelangen), und so sei es immer die vornehmste Pflicht eines jeden, der zur nordischen Rasse gehört, seine Art rein zu halten von allem Fremden. Und diese Pflicht gilt unabhängig von Ort und Zeit. Daß die nordischen Menschen in Rom und Hellas sie nicht befolgten, war Beginn und Anlaß für den Verfall des römischen Reichs und der hellenischen Kultur; ebenso wie heute allen Völkern mit nordischem Einschlag Verderben droht, wenn ihre nordischen Volksglieder nicht ihre Rassenreinheit zu bewahren wissen. Und so sehen wir die rassische Gestaltung des Geschichtsbildes zu der grotesken Deutung gedrängt, die Geschichte Roms sei eigentlich von Anfang an — die Geschichte eines großen Verfalls. Auch von dieser Seite zeigt sich, daß das anthropologisch-orientierte Weltbild nur für die rassische Vorgeschichte aufnahmefähig, den großen Leistungen der Völker gegenüber aber geschichtsblind ist Wenn aber wirklich nach der Lehre derer, die den nordischen Gedanken verkünden, immer und überall die Vermischung nordischer Menschen mit andersrassigen Unheil bedeutete, wie, so fragen wir dann, verlief die Entwicklung bei einem nordischen Stamm, der — ganz im Sinne jener Rassenforscher — seinen Stolz darein setzte, streng sich abzusondern von fremdstämmigen Menschen und fremdem geistigen Einfluß? Und wie weit, so werden wir besonders fragen, wird sich nachweisen lassen, daß der Lauf, den das Schicksal des Stammes genommen hat, von dieser bewußten Abschließung entscheidend gelenkt worden ist?

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