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Der Morgen · 1929-02-01 · Heft 6 (Februar 1929) · p. 616

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
4 (1928-1929)
Issue
Heft 6 (Februar 1929)
Article
Zur Geschichte des jüdischen Geldes in den verschiedenen Zeitepochen
Date
1929-02-01
Page
616 (sequence 2)
Language
German
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Rudolf R. Hecht lungsmittel Palästinas, die dorthin während und nach dem babylonischen Exil geflossen sind, bis 538 die Herrschaft Persiens sich auch über Palästina erstreckte, und das Geld dieser Macht im jüdischen Handel Eingang finden mußte. Es folgen dann noch die makedonische Herrschaft unter Alexander dem Großen, die ägyptische Periode und die unter den Syrern, bis sich das jüdische Element in Stolz und Zorn gegen die gewaltsame Hellenisierung Antiochus Epiphanes' auflehnte und unter der Makkabäer Heldendynastie die erste jüdische Münze gefertigt werden kann. Aus der Zeit Simon Tharsis, des ersten Hasmonaerkönigs, der möglicherweise der Verfasser des i3i. Psalms ist, einem Bruder Juda Makkabis, stammt der erste geprägte Silberschekel mit der Aufschrift (Jahr) „i" (von Simons Regierung), „Schekel aus Israel" und „Heiliges Jerusalem". Die Stücke der zwei folgenden Jahre unterscheiden sich durch ihre Aufschrift „Das Heilige Jeruschalaim". — Diese Münzen selbst wurden geschlagen, indem ein hohlgravierter Prägestempel in eine Metallplatte gehämmert wurde.1) — Da auf keinem jüdischen Geldstück jemals ein Haupt, wie in der Antike üblich, oder eine Menschengestalt abgebildet wurde — was in jener Zeit Götzenverehrung gleichgekommen wäre — beschränkten sich die Hebräer auf Symbole. Der Schekel zeigt eine künstlerisch stilisierte dreiblütige Lilie auf der Münzvorderseite und rückseits einen, wahrscheinlich dem Tempelschatz angehörenden Pokal. Der kleinere Halbschekel weist gleiche Sinnbilder auf. — Was alles erzählen nicht diese Überbleibsel aus ruhmvoller Zeit! Sie, die vielleicht aus den äußersten Landesteilen mitgeführt, als Opfer das glorreiche Haus des Herrn gesehen, die durch die Hände der Könige, Weisen und Krieger von Mensch zu Mensch in die Geldbeutel gewandert, durch das farbig bewegte Leben geeilt, und Glanz und Grausen jener Epochen miterlebt haben! Nach Simons Ermordung folgt von i35 bis io4 Johann Hyrkan I. Bei ihm treffen wir Bronzemünzen, auf denen erstmalig der Name des" Herrschers steht. Die freiunabhängige Lage des Judenstaates zeigt im Lorbeerkranz die stolze Münzaufschrift: „Jehochanan der Hohepriester und der Senat der Juden". Unter diesem König bildeten sich die Gruppen der Pharisäer, Sadduzäer und der religiöskommunistisch eingestellten Essäer. Antiochus Sidetes bekriegte Hyrkan, und er selbst hatte mit seinen Eroberungskriegen in Samaria und Galiläa soviel Erfolg, daß seine Zeit das „Goldene Zeitalter des freien Hasmonäerstaates" genannt wird. Alexander Jannai, sein Bruder, dokumentierte seine Macht, indem er sich auf der einen Seite seines Geldes auf hebräisch „König Jehochanan" und rückseitig, um einen Anker geschrieben, „Alexander Basileus" nennt, wodurch sein Name auf seinen Zahlungsmitteln im Ausland auch in der Schrift der damaligen Weltkulturmacht Griechenlands Verbreitung fand und er seinen Hellenismus beweisen konnte. Geld wurde noch unter den Königen Hyrkan II. und Aristobul IL, Alexander II. und Antigonus Mathatia geprägt, und es zeugt sicher von der frauenachtenden Gesinnung des Volkes, wenn x) Es ist noch erwähnenswert, daß das British-Museum auf einen einzigen Indizienbeweis hin diese Schekel erst der Zeit des Galliläischen Krieges zuteilt. 616

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