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Der Morgen · 1929-02-01 · Heft 6 (Februar 1929) · p. 615

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
4 (1928-1929)
Issue
Heft 6 (Februar 1929)
Article
Zur Geschichte des jüdischen Geldes in den verschiedenen Zeitepochen
Date
1929-02-01
Page
615 (sequence 1)
Language
German
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Zur Geschichte des jüdischen Geldes in den verschiedenen Zeitepochen Von Rudolf R. Hedit Altjüdische Kunst ist verschollen. Wenigstens finden wir kaum Stücke aus biblischer Zeit. Wohl gräbt man an den Mauern Jerusalems und Jerichos, in Kapernaum und auf der Sinai-Halbinsel. Verwitterte Mauerreliefs, Kapitelle und alte "Vasen sind gewöhnlich die Hauptfunde. Trotzdem bestehen noch vielsagende Zeugen des alten Judenreiches. Klein und unscheinbar, sind sie den meisten heute unbekannt. Und doch haben sie eine ungeheure Geschichte durchgemacht. Es sind Münzen, das alte Geld, der Hauplgebrauchsgcgenstand menschlicher Kultur. Fast zwei Jahrtausende alt, sind sie trotzdem großenteils noch außerordentlich scharf erhalten, als hätte sie gestern der Präger gefertigt. Sie haben der Juden Selbständigkeit noch gefühlt, ihre Schicksale überdauert und sind aus der Erde auferstanden, um erst heute wieder vom neuen Geld Erez-Israels mit hebräischer Aufschrift abgelöst worden zu sein. — Der in der östlichen Mittelmeergegend besonders blühende Handel macht es begreiflich, daß gerade in diesen Ländern das geprägte Geld am frühesten auftrat, in Städten Kleinasiens im siebenten vorchristlichen Jahrhundert zuerst. Im jüdischen Reich, in dem zur Zeit Salomos noch vollkommenes Tauschgeschäft gang und gäbe war (Salomo lieferte für den Erwerb des Libanonholzes Getreide, öl und Früchte) wurde späterhin mit gewogenem Gold, Silber und Bronze in ungeformten Stücken, dann in Ring- und Barrengestalt, bezahlt, obwohl Palästinas Boden keine Silberschätze birgt. Dabei wurde auf dem babylonischen Geldsystem aufgebaut, indem der Schekel als 60. Teil der Mine, und diese wieder als 60. Teil des Talents gewertet wurde. Es entwickelte sich der sogenannte gemeine Schekel von fast 11 g Silber und der „Schekel des Heiligtums" von 1&V2 g, der als Tempelopfer gebraucht werden konnte und höheren Geldwert halte. In 20 Gera geteilt, wurde er späterhin die höchste geprägte Münze. Während der Talmud den Patriarchen ehrfurchtsvoll schon geprägte Münzen zuschreibt, werden wir die Frage nach eigentlichem Geld in der ersten numismatischen Zeit wohl lösen können, wenn wir annehmen, babylonische Geldstücke seien die ersten geprägten Zah- 6X5

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